weiter nach Stenungsund

Nachdem wir in Frederikshavn 2 Tage wegen ungünstigen Starkwinds festgesessen waren, konnten wir den ersten Juli mit einer ganz zivilisierten Wettervorhersage von NE nach NW drehend und vor der schwedischen Küste langsam abnehmend nutzen um nach Schweden zu gelangen, vorzugsweise Raum Göteborg oder nördlich davon. Das Wetter war aber wieder ruppiger als erwartet. Sabine:"Die haben wohl die Schlaglöcher vom letzten Winter noch nicht zugeschüttet?!" -- einige waren bestimmt bis zu 2 m tief. Da wir obendrein recht schnell waren, gab es wieder mal jede Menge Duschen (ohne Chipkarte). Erst als wir nördlich von Marstrand in die Schären liefen und die See ruhig wurde gab es die Gelegenheit für ein Foto: Åstol -- etwas eng aber malerisch ...
Kurz nachdem wir in die Schären einliefen ging der Wind auf ganz wenig zurück: Sonnensegeln! Einige Meilen vor der Tjörn-Brücke kam er wieder: aus West: ausgezeichnet! In der Enge kurz vor der Brücke wehte er mal von hier, mal von dort, mal ganz wenig, mal kräftig. Entscheidung: mit Motor durch die Brücke, aber der Motor hatte keine Lust und war nicht zum Anspringen zu bewegen. Es folgten einige haarsträubende Manöver und dann hatten wir die Brücke hinter uns. Ohne Motor war der beabsichtigte Ankerplatz nicht sicher erreichbar, also fuhren wir ein Stück weiter und ankerten auf 2,7 m Schlick oder Sand in einer Bucht zwischen Lilla Askerön und Orust, gut gedeckt gegen den vorhergesagten starken West. Näher an Land trauten wir uns bei dem kräftigen Wind und der damit verbundenen Fahrt nicht. Der Wind kam allerdings nicht gleich aus West, sondern aus Südwest und da ist der Schutz nicht ganz so gut. Die Heulsuse gibt
sich alle Mühe und so baut sich auch in dieser Bucht eine höhere Welle auf, als wir brauchen. Die Absicht, mit dem Motor weiter unter Land zu fahren um in ruhgerem Wasser zu ankern erledigte sich, als dieser beharrlich und in besonders grober Weise weiterhin die Arbeit verweigerte. Sabine setzte sich auf's Trampolin um zu lesen; meine fürsorgliche Frage, ob sie einen Lifebelt wolle, verneinte sie. Die Wettervorhersagen sind auch nicht
gerade erbaulich: am Abend und in der Nacht soll es noch zunehmen und erst morgen Abend etwas nachlassen. Ziemlich problematisch ist hier im Binnengewässer die Windvorhersage. Die meisten Vorhersagen stimmen nicht mit meinen Beobachtungen überein, sondern sind deutlich zu niedrig. Legt sich der Schaum in ausgeprägten Streifen in die Windrichtung, so ist zumindest die Grenze zwischen Beaufort 6 und 7 erreicht; das ist momentan hier der Fall und entspricht ca. 14 m/sek. Der detaillierte Ortswetterbericht von smhi.se für Stenungsön (ganz in der Nähe) gibt an, dass mit mittleren Windgeschwindigkeiten von 9 m/sek. und Drückern von 18 m/sek. (= 8 Bft.) zu rechnen sei. dmi.dk/byvejr gibt für den gleichen Ort 6 bis 7 m/sek.
an und predictwind.com für unseren Liegeplatz 8,7 bis 8,9 m/sek. Bei smhi.se und predictwind.com stimmt die Windrichtung mit WSW nicht nicht so recht mit der tatsächlichen überein, bei dmi.dk ist sie mit West vollkommen daneben. Wir haben hier offensichtlich nur die Drücker -- mögen sie sich bald verdrücken! --- Haben sie nach der dritten Nacht auch getan. Den Motor haben wir mit einer Überdosis Startpilot zum Leben erweckt und bei wenig Wind haben wir uns in gut einer Stunde nach Stenungsund geschlichen.
Stenungsund ist voller Chemie-Industrie; deshalb liegen dort immer Gas-, Produkten-, und Öltanker.
Ort Datum Uhrzeit
Abfahrt Frederikshavn 01.07.17 08:25
Ankunft Stenungsund 04.07.17 12:30
Motor Segel max. Fahrt
diese Etappe 3 sm 70 sm 13,1 kn
gesamt 13 sm 269 sm 16,3 kn