Öregrund nach Sundsvall

Ab Öregrund ging es zunächst sehr gemütlich Richtung Norden und bisweilen hing Genny schlaff vom Mast herunter, anstatt uns ordentlich voranzubringen. Dann frischte der Wind etwas auf, über Land waren Schauer zu sehen und bei uns bestand die Hoffnung verschont zu bleiben -- ein Irrtum! In der Passage zwischen Björn und dem Festland musste ich vor einer Tonne den Gennaker zu machen (= einen Strumpf, Größe 11 m darüberziehen), damit wir um diese blöde Tonne fahren konnten statt darauf getrieben zu werden. Nach der Tonne machte ich Genny wieder auf, ohne nach achtern zu gucken: Fehler Nr. 1. Denn der Schauer, von dem wir gehofft hatten, dass er uns erspart bleiben würde, hatte uns just in diesem Moment mit einem ordentlichen Drücker eingeholt und gab mir die Möglichkeit die Fehler 2 bis 7 zu machen, also alle verfügbaren. Es dauerte rund eine halbe Stunde, bis ich den Riesenlappen an Deck liegen hatte und die
Fock setzen konnte; Sabine fuhr uns zwischenzeitlich gekonnt durch das enge Fahrwasser. DANN nahm der Wind wieder auf ein angenehmes Mass ab, und wir konnten problemlos eine erstklassige Steganlage des Skutskär Båtklub auf den Hällöarna anlaufen.
Etwas getrübt wurde die Freude über den komfortablen Liegplatz durch Heerscharen kleiner, hyperaktiver Mücken, die insbesondere Sabine zusetzten. An diesem Liegeplatz mussten wir erstmals in diesem Jahr das Moskitonetz über das Vorluk ziehen und Mückenspiralen vor dem Niedergang im Cockpit entzünden; nachts auch dort ein Moskitonetz. Bei sehr geringem Wind verließen wir den Liegeplatz halb elf. Kurz vor zwei hatten wir noch keine drei Meilen geschafft und entschlossen uns zurück zu fahren, falls bis um zwei kein Wind käme. Angesichts dieser Drohung
kam er. Da die Wettervorhersagen für den nächsten Tag richtig schlecht waren mit Regen und viel Wind, freuten wir uns an einem sehr geschützten Platz bei Enmaren an einer freien SXK-Tonne (schwedischer Kreuzer Klub) festmachen zu können und blieben den nächsten Tag dort liegen. Mit Landgang war nichts, aber vom Boot aus konnten wir jede Menge Graureiher beobachten.
Bei wenig Wind hängen wir die Angel 'raus, in der Hoffnung, Wind oder wenigstens einen Räucherlachs zu fangen. Die Angel fing ohne Wind an zu ratschen: Alarm! Fisch!. als ich endlich den Paravan in Sichtweite bakam, stellten wir fest, dass der Blinker verschwunden war: abgerissen! Sabine meint, dass vermutlich ein dicker Fisch dafür verantwortlich war. Ich jedoch denke, dass ich wieder einmal Seegras gefangen und sich eine Herde Seekühe dafür interessiert hatte. Der geringe Wind gab uns Gelegenheit zu einer ausführlichen Diskussion, die noch andauert ...
Im Süden wurde bereits frühzeitig mit einem Gewitterbaukasten gearbeitet und eigentlich war zu erwarten, dass daraus ein kräfiger Gwewitterschauer würde, wenn man ihm etwas Zeit ließe. Also fuhren wir an Gran (trotz des ausgedehnten Strandes nicht mit Gran Canaria zu verwechseln) vorbei und schauten dann wieder nach dem Süden. Dort hat sich die Situation kaum verändert; die Jungs sind den ganzen Tag nicht weiter gekommen -- aber so ist das eben im Süden. Offensichtlich fehlt jemand, der erklärt wie's geht, eine schwarze Null wäre eventuell hilfreich ...
denn die weiß ja alles -- besser
Etwa zwölf Meilen vor Sundsvall machte der Wind schlapp, wir dachten schon ans Ankern, obwohl wir eigentlich den Gasthafen auf dem Zettel hatten. Der Wind hatte ein Einsehen und brachte uns unter Gennaker mit guter Fahrt bis sieben Meilen vor die Stadt -- dann war Schluß: Segel weg, Motor an.
Ort Datum Uhrzeit
Abfahrt Öregrund 30.06.16 11:12
Ankunft Sundsvall 04.07.16 22:00
Motor Segel max. Fahrt
diese Etappe 14 sm 125 sm 11,8 kn
gesamt 57 sm 671 sm 13,6 kn
Nassau/Bahamas ist bekannt für seine afrikanischen Rotkehlchen (siehe links). So ist das eben bei seriösen Unternehmern, die alles tun, ihre wahre Identität zu verschleiern: Registrierter Eigentümer: African Robin Shipping CO. LTD. c/o MUR Shipping BV,
Office 226, Building 4 ; Management: Dockendale Ship Mmanagement (INDIA) PVT. LTD. Ein wenig mehr Internet-Recherche ergibt, dass Eigner MUR Shipping - Dubai, United Arab Emirates sein soll, als weitere Firmen kommen vor: Macsteel International Holdings B.V.; ArcelorMittal South Africa Ltd. und Macsteel Global S.A.R.L BV (Luxemburg). Die meisten amtierenden Direktoren haben Namen, die für mich europäisch, vorwiegend niederländisch, klingen und auch die Verbindung nach Luxembourg finde ich recht interessant. Soviel für heute über die seriöse Welt der Unternehmer: denn wenn das Schiff z.B. Meier, Huber oder Jucker gehört, kann sich dieser Mensch auch als Eigentümer registrieren lassen, wenn er nichts zu verbergen hat. Vielleicht sollte sich de Maiziére mit seinem BND wegen der Finanz-Terrorismusgefahr mal um solche EU-nahen Unternehmen kümmern ...