Örnsköldsvik nach Sundsvall

Nach dem Zahnarztbesuch Abfahrt Örnsköldsvik direkt vom Steg aus unter Segeln mit Generalrichtung Süden, vorzugsweise noch bis Ulvön. Aber der Wind hielt nichts von unseren Absichten und so schafften wir es gerade noch mit dem vorletzten Windhauch bis Vågön. Dort hatten wir bereits in 07 geankert und nach meiner Erinnerung war das ein guter Ankerplatz. Aber wie das so ist mit den Erinnerungen: der Anker hielt erst beim dritten Versuch und dann waren wir so nah an den Steinen, dass ich vorsichtshalber noch einen Heckanker ausbrachte, da der Platz zum Schwoien nicht mehr ausreichte. Dennoch meinte Sabine, das sei der bislang schönste Ankerplatz dieser Reise, da es in unmittelbarer Nähe eine große Anzahl von Seevögeln mit Jungen gab, die mit dem Glas recht gut zu beobachten waren: Schwäne, Möven, Seeschwalben, Gönsesäger, Eiderenten ...
Wind gab es nur von zehn bis drei, also die letzten drei Meilen bis Ulvön motoren.
Wegen des recht leichten Windes und der unangenehmen, für uns relativ hohen Dünung waren wir positiv überrascht doch noch ohne Motor einen guten Ankerplatz nahe Härnösand erreichen zu können. Das war sehr gut: wir hatten vergessen auf Ulvön Butter zu kaufen.
Am Ankerplatz gab es am nächsten Morgen Etliches zu sehen: neben dem für diese Küste typischen Holzfrachter auch einen riesigen Seeadler, der von einem wesentlich kleineren Vogel verjagt wurde. Wenn ein entschlossener kleiner Vogel in der Lage ist, einem hiesigen Seeadler Paroli zu bieten, so müßte das doch auch bei einem Weißkopfseeadler -- dem Wappentier der ... -- gehen; oder nicht?
Unseren nächsten Ankerplatz in einer sehr schönen kleinen Bucht im Südosten von Härnön erreichetn wir wieder mal mit dem letzten Windhauch. Und obwohl er nach Osten (von dort kommt alles Böse -- frag Merkel und Co.) offen war, schien er mir auf Basis diverser Wetterberichte geeignet. Ungünstigerweise lief gegen halb fünf morgens Dünung in die Bucht und weckte mich durch das Platschen am Heck und an den Felsen. Also stand ich auf und ging Ankerwache. Halb sieben wurde es ruhiger und ich ging wieder in die Koje. Mangels Wind fuhren wir erst gegen elf ab: wenig Wind, kräftige Dünung -- nicht gerade La Guagua's bevorzugte Verhältnisse. Wir kamen trotzdem an und ankerten in einer Bucht, deren eines Ufer bewohnt war. Beim Landgang wandten wir uns dem anderen zu, wir wollten ja niemanden stören, sondern Blaubeeren sammeln. Wir fanden nicht nur Blaubeeren, sondern auch wunderbar reife Erd- und Himbeeren.
Ankerplatz, Ankerplatz, Ankerplatz -- doof für Nichtsegler, aber für uns sehr schön, ganz besonders in dieser Gegend, wo es geschützte Ankerplätze (oh verdammt, schon wieder dieses Wort!) für jedes Wetter gibt - und überall gibt es was Schönes zu sehen. Als letzten A..z vor Sundsvall haben wir uns die Enge zwischen Hörnings- und Långhärsholmen ausgesucht. Dort
lagen wir auf etwa 2 m Wasser mit 25 m Ankerkette und Leine auf irgend einem gut haltenden Grund, vielleicht Lehm oder sowas. Schön, sich um das Halten des Ankers keine Gedanken machen zu müssen: Nachts wird gut geschlafen, am Morgen (irgendwann) gut gefrühstückt und dann ganz in Ruhe das Schlauchboot klar gemacht für den Trip nach Långhärsholmen; das sind nur 3 Kabellängen oder so, aber bei dem aktuellen Wind zwischen den Inseln wußte ich nicht, ob wir mit pullen ohne weiteres zurück kommen würden. Deshalb nahmen wir lieber den kleinen Yamaha. Auf Långhärsholmen gibt es jede Menge Vögel, von Bord aus haben wir Kanadagänse und Graureiher neben den obligatorischen Möwen und Seeschwalben gesehen. An Land konnten wir außerdem jede Menge Rotschenkel, einige Bruchwasserläufer und eine große Gruppe Kibitze sehen. Trotz ihres unterschiedlichen Aussehens haben alle Vögel eine Gemeinsamkeit: sie sind sehr ängstlich und verschwanden sofort, als wir an Land kamen -- und das, obwohl wir nicht einmal eine Bratpfanne dabei hatten. Deshalb gibt es fast nur Bilder aus der Ferne oder im Flug; beides ist für mich ziemlich schwierig.
Ort Datum Uhrzeit
Abfahrt Örnsköldsvik 20.07.16 15:17
Ankunft Sundsvall 27.07.16 14:45
Motor Segel max. Fahrt
diese Etappe 11 sm 114 sm 10,1 kn
gesamt 78 sm 1021 sm 13,6 kn