Sundsvall nach Stockholm

Der Landgang vom Ankerplatz in Svartviken war nicht so einfach, wie wir zunächst annahmen: wann immer wir uns einer zum Aussteigen geeigneten Stelle näherten, versperrten Steine in der Wasserlinie oder eben darunter den Weg für unser Gummiboot. Kurz bevor ich aufgeben wollte fanden wir dann doch noch einen geeigneten Platz. Kanada-Gänse haben dieses Problem nicht.
Der Trip nach Kuggören, ungefähr 35 sm südlich, war gekennzeichnet von superflauen Winden anfangs und zunehmendem Gegenwind später. Obwohl trotz früher Abfahrt die echte Segelei erst gegen zehn begann, waren wir bereits 18:30 in Kuggören fest -- und zwar sehr komfortabel: die blaue Tonne war frei und so brauchten wir nicht zu ankern, sondern konnten mit minimalem Aufwand festmachen.
Die Böenwalze, die uns am Nachmittag auf dem Weg zum Mittsommarfjärd mit westlichen Winden (glücklicherweise nicht recht viel) überraschte, hatte ich bis zu dem Moment, als sie über uns war, nicht erkannt, da wir bislang südöstliche Winde hatten. Kurz nach ihr kam mit leichtem Regen eine Flaute, die uns die letzten 6 sm zum Ankerplatz motoren ließ. Eine steinreiche Gegend dort -- aufpassen angesagt! Die Tage werden kürzer: wir brauchen wieder die Ankerlampe.
Ab Öregrund war die Segelei überwiegend gut und zwischen Arholma und Stockholm zum Teil sogar Segeln mit dem großen Löffel: Meist relativ glattes Wasser und guter Wind, sodass wir trotz Kreuz gut vorankamen. Mitlaufende Einrumpfboote, falls sie nicht ohnehin die Volvo-Segel benutzten, hatten kaum eine Chance gegen unser Floß.
Ein besonderes Highlight war die Flugshow der beiden Seeadler bei Ankunft am Ankerplatz Högmarsö. Ich fand es allerdings recht schwierig, ein gutes Foto von ihnen zu machen: trotz ihres eher behäbigen Flugstils sind sie für mich doch recht schnell und außerdem habe ich dann Schwierigkeiten mit der Focussierung; Autofocus ist bei solchen Aufnahmen ohnehin unbrauchbar. Unsere Hoffnung, die Vögel würden sich am nächsten Tag nochmals zeigen, hat sich leider nicht erfüllt.
Nach dem Landgang nutzte ich unser Beiboot um die Ruderlager zu kontrollieren und abzschmieren. Die Ruderlager hatte ich im Frühjahr erneuert: die bisherige Mischung aus Epoxy, Baumwollflocken und Glas war zu weich; jeder Krümel Schmutz, der in die Lager gelangte verursachte tiefe Riefen, die ich jedes Jahr ausbessern musste. Deshalb machte ich neue Lager und erhöhte deren Härte durch Sand: kein Verschleiß mehr: Sand im Getriebe wirkt eben Wunder!
Am nächsten Tag anfangs Grossschiffslinien: ruhig -- aber später, als die Nahverkehrsfähren hinzu kamen: horrible!!
Die letzten Meilen vor Stockholm haben noch nie zu unserem bevorzugten Segelrevier gehört, aber diesmal war es zum Teil besonders chaotisch: kräftigen Wind auf die Nase, in einer besonders engen Durchfahrt drei
mitlaufende (also ebenfalls kreuzende) Segler, ein weiteres Segelboot gegenan, dazwischen einige Motorboote und zu guter Letzt ein dicker Ausflugsdampfer, der sich unter Getute durchdrängelte -- nicht so schön. Aber es klappte ohne Ramming und obwohl jeder weiss, dass Katamarane nicht richtig kreuzen können, blieben zwei der Einrumpfboote hinter uns.
Ort Datum Uhrzeit
Abfahrt Sundsvall 28.07.16 14:42
Ankunft Stockholm 05.08.16 17:05
Motor Segel max. Fahrt
diese Etappe 19 sm 290 sm 13,3 kn
gesamt 97 sm 1311 sm 13,6 kn