Holmön nach Örnsköldsvik

Mit einem guten Wetterbericht verließen wir Holmön kurz vor eins, nachdem der Wind auf NE gedreht hatte und der Nebel weg war. Leider stellte sich der Wetterbericht als sozialdemokratisch heraus: viel versprechend und sowohl in Richtung als auch Stärke absolut unzuverlässig. Bei jeder Wolke und jedem leichten Windstreifen auf dem Wasser die Hoffnung: vielleicht wird's ja noch besser -- aber es blieb sozialdemokratisch: keine Besserung in Sicht. Für die 19 sm nach Holmsund brauchten wir gute 8 Stunden -- nervig! Kurz nachdem wir fest waren kam der Wind.
Hier an der Grenze zwischen Bottenhavet und Bottenviken beim Patholmsvikens Båtklubb Pause zu machen, kann man nur empfehlen: besser geht's nicht! Das Liegegeld ist mit SEK 150 richtig billig. Neben dem Liegeplatz sind enthalten Stromanschluss, Duschen, Waschmaschine, WiFi und Fahrräder. Alles ist ausgesprochen gepflegt und die Klubmitglieder sind sehr nett zu den Gästen. Die Stadt Holmsund ist nicht besonders aufregend, aber es gibt einen großen Coop. Weil das Wetter nicht so ganz unseren Wünschen entsprach blieben wir zwei Tage und hatten an einem Abend die Besatzung einer großen Ovni an Bord: eine Slowakin und einen Franzosen, die beide für eine EU-Gesundheitsbehörde in Stockholm arbeiten; ein netter Abend. Und dann entdeckte Sabine beim Einkaufen Heringsfilets -- kleine Fische -- frisch und lecker! Also gab es zum Abend Stinkfisch (Hering braten im engen Bootsrumpf ist des Teufels und fordert Waschtag am Tag drauf) mit Bratskartoffeln (nach Dr. Dr. Braz).
Auch wenn Holmsund als Stadt nicht so viel zu bieten hat, so kann sich die Landschaft rundum sehen lassen: Also ergänzte Sabine den obligatorischen Blumenstrauß an unserer Heckreling während eines kurzen Fahrradausflugs.
Die Wettervorhersage für den Trip von Holmsund nach Süden erwies sich leider als daneben: es ging ganz gut los, dann liess der Wind nach, aber die See blieb, alles schlackerte und knallte und als die See abnahm ging auch der Wind auf Null zurück und La Guagua drehte sich um sich selbst. Als wir nach neun Uhr schon die Hoffnung aufgegeben hatten vor dem Morgen irgendwo anzukommen gab es Wind und obendrein aus einer Richtung, die uns erlaubte, kurz vor Mitternacht einen guten Ankerplatz zu erreichen. Am nächsten Morgen fuhren wir bei zunächst angenehmem Wind weiter nach Örnsköldsvik -- der Stadt mit den Ski-Sprungschanzen mitten im Ort.
Ort Datum Uhrzeit
Abfahrt Holmön 15.07.16 12:55
Ankunft Örnsköldsvik 19.07.16 14:15
Motor Segel max. Fahrt
diese Etappe 6 sm 92 sm 9,9 kn
gesamt 67 sm 907 sm 13,6 kn