Ystad nach Hiddensee

Ystad verließen wir mit einer guten Wettervorhersage in Richtung Trelleborg, Ziel Gislövs Löge. Es ging auch ganz passabel los, aber östlich von Kullagrund trieben wir gut eine Stunde mal hierhin, mal dorthin. Ein freundlicher, wiedererwachter Wind brachte uns dann doch noch gut vor dem Dunkelwerden zu diesem Seglerhafen wenige Meilen östlich von Trelleborg. Unser Liegeplatz war zwar nicht besonder gut, sollte aber ausreichend sein für die, für den nächsten Tag angekündigte Kachelei aus Ost. Als wir mit dem
ersten Windstoß aufwachten, sah der Himmel zwar eindrucksvoll aber nicht besonders freundlich aus. Kurz anschließend drehte der Wind um 180° und fegte aus dem Westen mit bestimmt 10 Bft. heran: ein Downburst vor dem herannahenden Gewitter und jede Menge Schaumkronen bei 80 m Anlaufweg. Wir hatten gut genug festgemacht und so waren Wind und Regen nur ärgerlich.
Nach dieser ersten Bö wurde das Gewitter von 6 bis 7 Bft. aus dem Osten begleitet -- wie vorhergesagt. Nach etwa 3 Std. verabschiedete sich das Gewitter, die Heulsuse blieb bis zum Nachmittag und wir gingen an Land.
Auf dem Weg von Gislövs Läge nach Trelleborg kommt man an den Bunkern 275 bis 284 vorbei. Angesichts des Säbelrasselns unserer Regierung regen diese Bauwerke aus großdeutscher Vergangenheit zum Nachdenken an. Der Apfelkorb hingegen steht für Völkerverständigung: Durch ihn lernten wir Bodil und Göran kennen: sie hatten ihn dort hingestellt, zeigten uns ihr Haus mit vielen eigenen Kunstwerken und schenkten uns auch noch ein großes Stück selbstgefangenen Lachs, das uns hervorragend geschmeckt hat.
Trelleborg hat uns diesmal viel besser gefallen als bei unserem ersten Besuch vor vielen Jahren; insofern lohnt sich der weite Weg. Wir meinen der Brunnen mit den Frauen unter den Regenschirmen sei der schönste, den wir je gesehen haben.
Am späten Vormittag beschlossen wir Mecklenburg-Vorpommern zu besuchen, weil das Wetter recht schön und die Wettervorhersagen prima waren. Abfahrt 11:20, Fallen Anker: 17:40 nach 41 sm. Bis zur Einfahrt zwischen Hiddensee und Rügen war
alles recht angenehm, dann frischte der Wind auf und drehte uns entgegen. Bei Sabine nahm der Adrenalinspiegel auf bislang ungekannte Höhen zu, wenn sie hoch am Wind eine fast unerreichbare Tonne noch erreichen musste. Dazu
Höchtgeschwindigkeiten an den engsten Stellen mit Fähren als Gegenverkehr. Nach Erreichen des Ankerplatzes östlich Hiddensee etwas südlich des Gellen Leuchtfeuers: Erleichterung! Die Fahrwasser östlich Hiddensee sind schmal: verläßt du sie, sitzt du auf Dreck ...
Ort Datum Uhrzeit
Abfahrt Ystad 27.08.16 11:00
Ankunft Hiddensee 01.09.16 17:40
Motor Segel max. Fahrt
diese Etappe 9 sm 117 sm 15,3 kn
gesamt 137 sm 1814 sm 15,3 kn