nach Kalmar

Das schlechte Wetter mit viel Ostwind und Regen endete am Dienstag Nachmittag. Also fuhren wir am nächsten Morgen zeitig ab, um nach Simrishamn oder sogar noch darüber hinaus zu kommen. Aber der leichte Ostwind nebst westsetzendem Strom machten aus rund 30 sm über 40 und so kamen wir ziemlich genervt kurz vor sieben in Simrishamn an. Am Abend hatten wir zum Landgang keine Lust mehr und am nächsten Morgen goss es. Gegen 14:00 hörte es auf und der schwedische Wetterbericht las sich auch ganz gut, also fuhren wir zwanzig Minuten später los und setzten noch in der Hafeneinfahrt Segel, kurz darauf wurde sogar Miss Genny geweckt. Sie konnten wir aber eine Stunde später wieder einpacken. Ab da immer abwechselnd Motor und Segel. Bis Sölvesborg in der NW-Ecke der Hanö Bugt motorten wir 17 sm; zum ...! Aber immerhin bekamen wir das Wahrzeichen vieler schwedischer Landschaften zu
sehen: eine Papierfabrik. Der freundliche Empfang bei der Sölvesborg Segelsällskap abends um zehn entschädigte für die blöde Fahrere. Außerdem ist die Stadt allemal einen Besuch wert, auch wenn sie etwas aus dem Weg liegt. Und zum erstem Mal in diesem Urlaub gab es Blumen!
Sølvesborg hat mehrere Besonderheiten zu bieten, eine davon ist die längste Fußgänger- und Radfahrerbrücke Europas: 756 m. Als weitere ist uns aufgefallen, dass das Stadtwappen sehr friedlich ist: Aale anstelle eines Greifs, Löwen oder Ritters.
Ganz besonders gefreut hat uns, dass die Stadtverwaltung ihre Bürger als solche anspricht und ihnen damit eine Mitwirkung an den Angelegenheiten der Kommune einräumt -- anders als in Hamburg, wo die Bürger als Kunden angesprochen und behandelt werden: hat man als Kunde etwa ein Mitwirkungsrecht im Laden? Dort heißt es 'kauf oder lass es bleiben'; so können unsere Oberpolitiker sich
anschließend 'wundern' über Politikverdrossenheit
Eine weitere Besonderheit ist der Brunnen, an dessen Mauern Szenen aus dem Leben gezeigt werden, die leider wegen ihrer Einfarbigkeit nur eingeschränkt wiedergegeben werden können -- jedenfalls mit meinem fotografischen Geschick. Und bewacht werden alle diese Szenen von einem nackten Paar; schickt sich das?"
Wir sind immer wieder verblüfft über die Anzahl vorwiegend weiblicher nackter Statuen in allen möglichen Städten bei gleichzeitig anhaltenden Diskussionen über Sexismus. Könnte es sein, dass mit den Diskussionen über den weiblichen Körper vom tatsächlichen Problem abgelenkt werden soll: der Benachteiligung der Frau in unseren Gesellschaften?
Nachdem Sölvesborg genug hatte von uns liess der Wind nach und früh am Morgen (= noch vor acht) ging es weiter. Etappenziel Sandhamn am Südeingang zum Kalmarsund. Zwischendurch Taubenbesuch und Militähubschrauber anstelle der dort üblichen Kriegsschiffe. Mit raumem
Wind erreichten wir Sandhamn viel zu früh, also Genny hoch und weiter nach Bergkvara.
In zunehmender achterlicher See ging's dahin: In einer Original-Glitsche erreichetn wir 12,4 kn. Das war dann auch der Punkt, wo wir uns entschlossen den Gennaker zu bergen und mit der Fock weiter zu fahren. Unterwegs irritierte uns Kurz vor Bergkvara war die See (für uns) so hoch, dass ich mich nicht traute, vor Wind und See auf einen unbekannten, relativ kleinen Hafen los zu gehen, vor dem noch nicht einmal die Möglichkeit bestand in ruhigem Wasser die Segel wegzunehmen: weiter nach Kalmar. Ankunft kurz nach zehn, bei erstklassiger Sicht und vollkommen ruhigem Wasser nach Passieren der Hafeneinfahrt; der Hafen von Kalmar ist für Yachten riesig.
Von Süden kommend irritierte uns dieses Schiff (oben) ziemlich: es zeigte mal rot und mal grün -- nicht schön -- es dauerte ziemlich lange bis wir erkennen konnten, dass es sich um einen Ankerlieger handelte, der im Südwind und der unruhigen See schwoite.
Ort Datum Uhrzeit
Abfahrt Ystad 15.06.16 08:10
Ankunft Kalmar 20.06.16 22:30
Motor Segel max. Fahrt
diese Etappe 21 sm 145 sm 12,4 kn
gesamt 27 sm 270 sm 12,4 kn