Von Göteborg nach Malmö

Nachdem Birgit und Hermann längsseite fest waren gingen wir gemeinsam an Land am Sprachcafé vorbei zum thailändisch (sie) / schwedischen (er) Restaurant und genossen wie stets ein gutes Essen. Da wir auch den Rest
des Abends und den allerersten Teil des nächsten Tages gemeinsam verbrachten, verzögerte sich die Abfahrt nach Vallda Sandön etwas -- bis kurz vor Mittag. Auch Birgit und
Hermann konnten wir davon überzeugen, dass Vallda einen Besuch wert sei und so segelten wir in Sichtweite bei mäßigem Wind zum Zwecke des gemeinsamen Abendessens dorthin.
Der nächste Tag war der Tag des Kochers! Der bestellte Ersatzbrenner war nicht abgeschickt worden und die beiden alten Brenner muckten wieder ohne Ende. So hatte ich das Glück, den größeren Teil des Tages mit meinem Kocher verbringen zu können und nur wenige Stunden spazieren gehen zu müssen. Bei meinen Kocher-in-die-Gänge-bringen-Bemühungen half mir sehr die Freundlichkeit des Hafenmeisters: ich konnte den Kompressor in der Werkstatt benutzen und die verschmutzten Brenner durchblasen.
Auf dem Weg zum Kungsbacka Fjord hatten wir den Wind auf die Nase. Also fuhren wir erstmal hinaus zum Kungen, um mit möglichst wenigen Wenden nach Süden zu kommen. Auf den kleinen Felsen um Kungen herum gab es die größte Ansammlung von Robben, die wir bisher gesehen haben. Dort war ein Gedränge wie zur Hauptver-kehrszeit in einer Hamburger U-Bahn. Zum Kungsbacka Fjord wollten wir in erster Linie um bei Jönssons
Konditori Himbeertörtchen und eine besondere Art dunkles Brot zu kaufen (sieht aus wie eine Unterlegscheibe für einen hunderter
Bolzen), das mit Grevé Käse hervorragend schmeckt. Anschließend Abfahrt Richtung Malmö. Bei Varberg fand bis zum 8. August die 505er Europameisterschaft statt und wir kamen gerade rechtzeitig, um die Boote nach der letzten Wettfahrt unter Spinnaker in den Hafen fahren zu sehen -- farbenprächtig. Unser nächstets Ziel war Glommen. Dort gingen wir an der "Manatee" längsseite und
anschließend an Land. Glommen liegt bereits im Flachland. Wegen der Viehwirtschaft ist das Tor zum Parkplatz nahe dem Leuchtturm geschlossen zu halten, damit sich nicht irgendwelche Rindviecher ein Auto nehmen. Auch sonst gibt es dort mehr zu sehen, als man zunächst, verwöhnt durch die Schären, annehmen mag.
Den größeren Teil des Abends und ein wenig Nacht verbrachten wir auf der Manatee, wo wir mit erstklassigem Wein verwöhnt wurden -- Auto fahren brauchten wir ja nicht. Die Abfahrt nach Mölle verzögerte sich am nächsten Morgen bis halb elf. Anfangs war der Wind ganz gut, aber kurz vor dem Kullen begab er sich zur Ruhe und die letzten paar Meilen bis zum Hafen waren eine arge Trödelei, aber wir schafften es bis zur Einfahrt ohne Motor. Da der Hafen recht eng ist und bereits stark belegt war, freuten wir uns sehr über die Festmacherhilfe durch die Manatees. Während Sabine am nächsten Morgen an Land ging, passte der alte Fischer auf mich auf.
Der Ententeich blieb uns auf der Fahrt nach Helsingborg erhalten und für die letzten 8 sm brauchten wir den Motor. Nur die unterschiedlichen Fahrzeuge, von denen wohl die wenigsten eine Schönheitskonkurrenz gewonnen hätten, milderten die Langeweile.
Neben diesen zum Teil recht ulkigen Schiffen
gibt es auf beiden Seiten des Sundes auch eine Reihe bescheidener Anwesen zu betrachten -- in einigen scheinen Königs zu wohnen.
Ein Besuch in Helsingborg lohnt sich immer wieder, auch wenn man schon oft dort war. Beim
Festmachen vor Dunkers Kulturhaus gab es einen regelrechten Menschenauflauf. Wir nutzten einen Teil des Nachmittags zum Landgang und Einkauf. Am Gustav Adolfs Torg gibt es einen tollen Supermarkt, in dem man von mongolischem Käse bis zu italienischen Spaghetti alles bekommt; bei der Bröderiet gibt es stets erstklassiges Brot.
Wegen des leichten Windes beschlossen wir, für eine Nacht nach Kopenhagen zu gehen -- Malmö war zu weit.
Ort Datum Uhrzeit
Abfahrt Göteborg 05.08.15 11:12
Ankunft Malmö 12.08.15 13:25
Motor Segel max. Fahrt
diese Etappe 17 sm 158 sm 11,1 kn
gesamt 69 sm 652 sm 14,0 kn