nach Halden -- wieder langsam!

Vor der Abfahrt gingen wir zum Fischladen, um erstens die Eiskanister abzuholen, die Sabine am Vortag mit der Bitte um Einfrieren dort abgegeben hatte und zweitens Fisch zu kaufen: erstklassige Sachen in einem Laden mit sehr freundlichen Leuten. Danach gab es weiter Schwierigkeiten mit dem Internet: "drei.at" funktionierte bereits seit etlichen Tagen nicht mehr, obwohl jahrelang zuverlässig und bei "blau" klappte auch nicht alles so, wie es sollte: ein guthabenfressender Wurm fuhr mein Guthaben mehrfach in rasender Schnelle auf null. Freunde in Deutschland schickten mir Aufladecodes, mit deren Hilfe ich meinen Account wieder funktionsfähig machen konnte. Dann, mit einem angenehmen Wetterbericht von SMHI verließen wir unseren Liegeplatz am Schwimmsteg von Fjällbacka unter Segeln; den Motor ließen wir nur als "prudent mariners" mitlaufen. Ziel der Aktion war ein sturmsicherer Anklerplatz eben südlich von Strömstad, denn es war wieder Hack angesagt. Zunächst segelten wir im landschaftlich schönen Innenfahrwasser -- dort wo die Schären Masten haben -- an Grebbestad vorbei und ankerten eben westlich davon für die Nacht.
Am nächsten Morgen brachte der Außenborder keine Leistung: gaben wir mehr als ein ganz kleines bißchen Gas verabschiedete er sich ganz. Bei umlaufendem Schwachwind verließen wir den Ankerplatz unte Groß und Fock, nachdem auch leichtes Klopfen auf den Vergaser nichts gebracht hatte und mogelten uns an den Steinen vorbei nach See. Dort klopfte ich noch einmal stärker auf den Vergaser und der
Motor erwachte zu vollem Leben -- prima! da war wohl nur der Schwimmer hängen geblieben. Unbeschwert von Motorproblemen genossen wir einen angenehmen Segeltag.
Am Ankerplatz bei Sydöddö habe ich (mißtrauisch) zunächst den Außenborder der Gummiwurscht getestet -- lief einwandfrei -- und anschließend begonnen neue Scharniere für den Kartentisch zu kleben; irgendwie hatte ich es geschafft, die alten nach 14 Jahren zu zerstören. Bei einer solchen Arbeit fühle ich mich wohl: da weiß ich wenigstens, was ich mache. Bei Petroleumkochern oder Motoren ist das leider überhaupt nicht der Fall. Eine
Reparatur trotz fehlenden Könnens stand an, als ich den Motor an La Guagua nochmals getestet habe: keine Leistung, Stopp beim Gasgeben! also mit dem Beiboot unter das Boot und von dort aus den Vergaser abbauen, dann an Deck zerlegen, soweit als möglich, alle Teile säubern, die so aussahen, als ob sie eine Reinigung brauchen, Mit einer Spritze durchblasen, die Finger kreuzen, das ganze Zeug wieder zusammensetzen und vom Beiboot aus anbauen -- eine meiner Lieblingsbeschäftigungen!
Probelauf: der Motor bringt wieder volle Leistung, einem Landgang in schöner Umgebung zum Kirschen und Blumen pflücken steht nichts mehr im Wege.
Ort Datum Uhrzeit
Abfahrt Fjällbacka 16.07.15 12:58
Ankunft Halden 20.07.15 13:50
Motor Segel max. Fahrt
diese Etappe 3 sm 52 sm 9,1 kn
gesamt 44 sm 363 sm 14,0 kn