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Weil der Wind nicht so wollte wie wir und uns kräftig auf die Nase blies, blieben wir noch einen weiteren Tag in Halden. Sabine hatte Gelegenheit, in einem Supermarkt Walfleisch für NOK 199 zu finden -- ein Spottpreis, wenn man bedenkt, dass geräuchertes Dorschfilet NOK 219 kostet. Eine deutsche Seglerin, die Walfleisch gegessen hat, berichtete uns, dass es genau wie Rindfleisch schmecke. Ein Grund mehr, den Walfang zu verbieten, statt ihn zu "wissenschaftlichen Zwecken" (Marktforschung ?) fortzusetzen und die letzten Wale auszurotten. Den letzten Abend verquatschten wir höchst angenehm mit Birgit und
Hermann, bevor wir uns zeitig am nächsten Morgen um 10:28 auf den Weg nach Süden machten. Die Schwalben blieben in Halden.
Wir brauchten fast zwei Stunden um den Ringdalsfjord zu verlassen. Zweimal drehten wir vor besonders engen Stellen Kreise um Frachter passieren zu lassen; außerdem drehte der Wind laufend und war meist sehr schwach. Als wir draußen waren: Gennaker hoch und ab ging die Post. Auch wenn man schon oft an der schwedischen Westküste waren: es gibt immer neues zu sehen, z.B. überdachte Schären -- die Schweden wollten wohl vermeiden, dass der Fels nass wird ...
Bei Havstensund frischte der Wind auf: Genny weg und mit halbem Wind in Rauschefahrt nach Fjällbacka. Dort fanden
wir einen Liegeplatz an der Außenseite des westlichen Schwimmstegs in bei dem östlichen Wind ruhigem Wasser. Sauwetter: Decke über den Kopf! Später sind wir dann noch zum Konsum gegangen, Feudelbrot und Skagen Röra kaufen (sehr zu empfehlen!), denn am nächsten Tag sollte es auch regnen -- hat es auch und der Wind drehte auf Südwest! Nun wurde der Liegeplatz richtig richtig ungemütlich. Als der Regen gegen drei aufhörte und Sabine den dringend benötigten Fisch gekauft hatte (in Fjällbacka besonders gut) verholten wir zu einem Ankerplatz bei Munkholmen mit Blick auf Fjällbacka einerseits und Kanadagänse andererseits.
Der Fisch am Abend war natürlich wieder prima, also konnten wir gestärkt am nächsten Morgen die Ankerbucht verlassen, und nachdem uns die Kanadagänse verabschiedet hatten weiter nach Süden segeln. An Smögen vorbei erreichten wir Måseskär und weil es recht wellig wurde und wir weit genug gekommen waren, segelten wir zwischen Orust und Tjörn in den Stigfjord. Am Anker in Vikskile genossen wir den Fisch aus Fjällbacka. Dass eine der Jomfruhummern die Seepocken hatte bemerkten wir erst dann, aber sie haben uns nicht geschadet -- Leute die Angst vor diesen Pocken haben, sollten sich im Fischladen das Impfzertifikat zeigen lassen.
Mit gemächlichem Wind durch den Stigfjord, unter der Tjörnbrücke hindurch und dann mit Rauschefahrt durch den Hakefjord bis Katten -- dort wollte ich schon immer mal hin, es hatte aber bisher nie geklappt. Der Ankerplatz ist etwas eng und der Grund steigt steil an. Wenn im nahen Fahrwasser ein Schiff vorbeifährt wird er noch enger. Nach einem abendlichen Landgang (Bergschuhe zweckmäßig), verbunden mit der Entdeckung von Himbeeren und einer größeren, unerwarteten Ansammlung von Blaubeeren, ging Sabine am nächsten Tag allein an Land um Blaubeeren für Crêpes zu sammeln, da uns die Vorbeifahrt eines Schleppers einen erheblichen Schrecken eingejagt hatte.
Von Katten nach Högö sind es nur 9 sm, aber die Inseln sind vollkommen unterschiedlich: auf Högö gibt es höchstens Brombeeren, die sind aber glücklichwerweise noch nicht reif. Aber immerhin haben wir eine Kreuzotter (?) gesehen. Noch recht klein und wegen des kalten Wetters auch nicht besonders schnell.
Auch nach Rörö im Göteborger Skärgård sind es nur ein paar Meilen. Aber diese Insel ist zu schön, um einfach vorbei zu fahren; außerdem ist zum Festmachen ein geeigneter Poller vorhanden. Also beehrten wir Rörö für eine Nacht und etwas nächstem Tag mit unserer Anwesenheit. Trotz gut mit farbigen Steinen markierten Wegen gelang es uns, uns ordentlich zu verfransen.
Von Rörö nach Göteborg, auch nur ein kurzes Stück, plagte uns die Flaute. Einige Male mussten wir den Motor zu Hilfe nehmen, aber dann kamen wir doch mit dem letzten Hauch in Långedrag an und fanden einen guten Liegeplatz, an dem wir am nächsten Tag sogar die "Catharsis" von Birgit und Hermann längsseite nehmen konnten.
Ort Datum Uhrzeit
Abfahrt Halden 28.07.15 10:28
Ankunft Göteborg 03.08.15 16:45
Motor Segel max. Fahrt
diese Etappe 8 sm 131 sm 14,0 kn
gesamt 52 sm 494 sm 14,0 kn