An Jütlands Ostküste nach Norden

Die Abfahrt von Sakskøbing, als sie nach Sankt Hans dann endlich stattfand, begann bei wenig Wind mit der Verabschiedung durch etliche Klubmitglieder: Sven-Erik unser erstklassiger Hafenmeister hatte dazu eine Flasche Sekt auf den Steg mitgebracht. Der geringe Wind erforderte jede Menge Aufmerksamkeit seitens der Rudergängerin und reichte gerade mal dazu aus, die Segel nicht
unentwegt flappen zu lassen. Nach lächerlichen 19 sm, davon 3 unter Motor, um den Sakskøbing Fjord zu verlassen, ankerten wir nahe Femø Havn auf glasklarem Wasser und verbrachten bei annächernd totaler Flaute eine ruhige Nacht. Am nächsten Morgen gab es ein bißchen Wind und erlaubte uns schon um 06:00 Uhr Genny (so heißt unsere Gennakerin) zu wecken und nach Norden aufzubrechen: Ziel Kerteminde auf Fyn oder besser noch weiter
bis Samsø. Ob der Eigner des griechischen Tankers "Delta Star", an der Ölpier von Stigsnaes, korrekt Steuern bezahllt hat, habe ich nicht kontrolliert: Ich hatte ja keinen Auftrag von der Schwarzen Null.
Kurz nach Passage der Belt-Brücke und Kreuzen der Schiffahrtslinie packten Sicht und Wind ein, es fing an zu nieseln und die letzten acht Meilen nach Kerteminde mußten wir noch den Motor bemühen.
Von Kerteminde haben wir außer den gepflegten Sanitäranlagen des Hafens wegen Nieselregens nicht viel gesehen, denn am nächsten Morgen sind wir schon halb neun losgefahren. Anfangs ging es recht zügig voran, aber an der Nordspitze Samsøs verliess uns mal wieder der Wind und wir trödelten langsam Richtung Grenå mit Ankunft gegen neun und beginnendem Nieselregen.
Aufbruch von Grenå gegen zehn mit erfolgversprechendem Wetterbericht und dem Ziel Frederikshavn -- es wurde dann doch nur Hals, am Eingang zum Limfjord, wo wir nach zunächst guter Fahrt, dann stundenlanger Flaute und ab 16:00 mit zunehmendem Wind und einer Höchstgeschwindigkeit von 14 kn kurz nach sieben Uhr ankerten.
Südlich von Hals gibt es geschützte Ankerplätze vor Egense; da kann es kacheln: kein Problem, der Grund ist aus so gut haltendem Lehm, dass es uns am nächsten Nachmittag schwer fiel, die Anker auszubrechen. Dann ging es kurz nach 17:00 endlich weiter nach Frederikshavn, vorher war uns der Wind zuviel. Es ging los mit Rauschefahrt, aber für die letzten zwei Meilen mußten wir doch wieder den Motor benutzen um kurz nach zehn festmachen zu können. Frederikshavn ist ein Freihafen, was sich günstig für die Bordkasse auswirkt und gut geschützt: Kriegsschiffe nödlich der Marina und Kanonenstellungen im Hügel südlich davon -- Panzer-Uschi hätte ihre helle Freude -- leider sind die sanitären Anlagen ziemlich ungepflegt.
Ort Datum Uhrzeit
Abfahrt Sakskøbing 26.06.15 10:00
Ankunft Frederikshavn 30.06.15 22:15
Motor Segel max. Fahrt
diese Etappe 17 sm 182 sm 14,0 kn