Segeln: Katamaran "La Guagua" 2011: nach Ålborg

in Schweden, Südteil

Durch die übereinstimmenden freundli-chen Windvorhersagen von SMHI und DMI hatten wir erstmals Gelegenheit, einen Ankerplatz in den Schären südlich Göteborgs anzusteuern. Wir entschieden uns für die Westseite Vrångös, etwas nördlich des Hafens. Die Bucht reicht weit in die Insel hinein und bietet für ein Boot wie La Guagua gut Platz auch zum Schwoien; auf der Position 57° 34,9' N, 11° 46,5' E vermeidet man die Steine im Nordosten der Bucht und hat jede Menge Wasser unter den Rümpfen. Vorsichtig wie wir sind, lagen wir natürlich vor zwei Ankern. Mit dem Beiboot erkundeten wir dann die umliegenden Schären: Gut anzu-gucken, aber für einen längeren Spazier-gang ist Vrångö besser geeignet, also schauten wir uns auch dort um. Höchst unfreundlicherweise gab es auch auf dieser schönen Schäre keine Beeren, die wir hätten ernten können. Aber wir konnten ein südgehendes Passagierschiff außerhalb des Schärengürtels beob-achten. Nachdem wir das Beiboot wieder an Bord genommen hatten, genossen wir einen bunten Sonnenuntergang vom Feinsten. Dabei dürfen natürlich auch ein Glas Wein und anschließend ein gutes Essen nicht fehlen. Die Wettervorher-sage für den kommenden Tag entsprach nicht exakt meinen Vorstellungen. Wir wollten deshalb versuchen, Varberg vor Regen und Winddreher zu erreichen, insbesondere, weil für die nächsten Tage richtig viel Wind aus SW vorhergesagt wurde und in Varberg ein Frihamn (Getterön) mit entsprechend geringem Liegegeld ist. Bei Verlassen des Anker-platzes war das Wetter zwar nicht gerade schön, aber das hatten wir ja

auch nicht erwartet. Der Regen setzte ganz leicht ein, kurz nachdem wir Kungen passiert und Nidingen in Sicht bekommen hatten. Sabine ging nach unten, denn mit richtig viel Regen oder gar Wind rechneten wir noch nicht und warum sollten wir beide nass werden. Nidingen verabschiedete sich aus meinem Gesichtsfeld kurz darauf hinter einem kräftigen Schauer, der auch uns bald erreichte -- es hatte sich gelohnt, Ölzeug und Stiefel anzuziehen: es goss!! und ich fuhr mit geringer Sicht auf Nidingen zu. Kurz bevor ich wenden mußte, gab es einen Winddreher, der mir ermöglichte, an Nidingen und dem vorgelagerten Lilleland vorbei, in Richtung Südosten zu kommen. Als dann der Wind auch noch zunahm und ich mit relativ hoher Geschwindigkeit auf die Seehundfelsen von Lekskär im Blindflug zubretterte, holte ich Sabine rauf, um die Möglichkeit zur Navigation zu erhalten: keine Gefahr. Als wir beide gut nass waren, kamen die Seehundfelsen in Sicht und der Wind nahm ab. Nun stellte sich die Frage, ob wir Bua anlaufen oder versuchen sollten nach Varberg zu kommen. Nach hundertfachem Zögern entschieden wir uns für Bua. Das war richtig, denn der Wind

ging schlafen um deutlich später mit SW-Gekachel erneut einzusetzen. In Bua wird deutlich, dass der Reichtum der einen, z.B. in Smögen oder Gottskär (ein wenig nördlich) deutlich geringeren Wohlstand der anderen bedingt. In Bua gibt es noch etwas Fischerei: ein Knochenjob und die Ausbeute, z.B. des Makrelenfischers ist auch nicht immer riesig -- aber die Heringsfilets haben prima geschmeckt.

Die erzwungene Liegezeit nutzten wir zum Ölzeug trocknen und zum Waschen meiner salzsteifen Jeans mit der Wurzelbür-ste -- Das Ergebnis war deutlich fühl und sichtbar! Unser Liegeplatz mit Hecktonnen war recht unkomfortabel bei diesem Wind und z.T. kräftigem Regen -- aber er war sicher auch bei 20 m/s. Dennoch verholten wir mit Hilfe eines freundlichen, schwedischen Volvo (das war ihm wichtig) -Fahrers als Schlepper an die Fischerpier, wo wir deutlich besser lagen.

Am Abend des zweiten Tages, nach Ende aller Regenschauer, machten wir einen tollen Spaziergang, der auf einer Karte ein-getragen war, die Sabine beim Hafenmeisterbüro eingesammelt hatte. Wir hatten mit Waldwegen gerechnet, aber anstelle meiner dänischen Bergschuhe (Clogs) hätte ich besser die deutschen anziehen sollen, sie wären für die Felsen besser geeignet gewesen. Die Wege (blau, gelb und rot) führten mit erstklassiger Markierung durch wunderschöne Gegend und so mußten wir Bua nach Allem auch nicht nur als Nothafen betrachten.

Gleichzeitig -- und -- das sollte nicht vergessen werden, kann

man dort beim AKW Ringhals jede Menge Vattenfall-Energie tanken; aber wenigstens unterstützt Vattenfall nicht nur den lokalen Bootsverein, sondern auch die Sjöräddning. Nach einem Blick auf nette Details im Ort verließen wir Bua zeitig am

nächsten Morgen mit dem abitionierten Ziel Helsingborg.

Ambitioniert? Also zeitig los: 07:55, wenn das nix is'! Im Hafen war so wenig Wind, dass wir die Segel an der Pier setzten und dann mit Motor hinausfuhren und zwar bis zum Ausgang des Båtfjorden querab von Krogstadsudde. Dort nahm uns ein angenehmer NNW mit 3 bis 4 Bft in Empfang und dahin ging's. Nachdem ich das Boot etwas sauber gemacht hatte (der Wind hatte uns in Bua mit Sand und Staub versorgt), nahmen wir die Fock weg und setzten den Blister, der den größten Teil der Strecke bis Helsingborg oben blieb. Wie

jedes Jahr kamen uns nach Runden des Kullen diverse Kreuzfahrtschiffe entge-gen. Diesmal war die Royal Carribbean aus Miami / Florida dran mit ihren knapp 300 m langen Schiffen "Jewel of the Seas" und "Vision of the Seas" -- beide natürlich unter der Billigflagge der Ba-hamas (dann wird die Crew billiger und

der Gewinn höher !!). 19:35, rechtzeitig zum Abendessen in einem klei-nen malaysischen Restaurant, waren wir nach 76 sm beim Dunker Kul-turhuset in Helsingborg fest. Helsingborg ist stets einen Besuch wert, auch wenn er nur eine Nacht und einen Vormittag dauert. Auf dem Weg zu Özen Allfrukt am Gustav-Adolfs-Torg, dem Laden mit der erstaun-lichen Auswahl, sahen wir eine gute Möglichkeit, Jungs den Besuch beim Friseur zu erleichtern. Nachdem wir uns bei Özen mit einer Menge

getrocknetem Rindfleich versorgt hatten, machten wir den Papierdrachen unsere Aufwartung und kauften in der Bröderiet sehr gutes, dort gebackenes Brot.

Der Trip nach Malmö begann vielversprechend: Bereits in der Hafenausfahrt waren die

Segel oben und kurz nachdem wir die Fährlinie gekreuzt hatten, konnten wir den Blister zusätzlich zur Fock setzen. Dann, wie sollte es anders sein, flaute der Wind ab und drehte auf die Nase, so wurde der größere Teil des Weges eine Kreuz.

Sakskøbing, 21.08.12

Im Limhamn Småbätshamn hatten wir das Glück, den optimalen Liegeplatz zu bekommen: Längsseite, direkt bei Flaggenmast und Resturant. Sabine konnte im Restaurant wieder einmal 2 Wasserkanister zum Einfrieren für unsere Kühlbox abgeben und mir gelang es, das Mädchen im Hafenbüro zu überreden, mir den Schlüssel für die Waschküche über Nacht zu geben. Damit war zwar nicht der Wachtag gesichert, aber wenigstens

die Waschnacht. Im Anschluss an das Nachtrocknen der Wäsche auf einer Vielzahl von Leinen an Bord war Landgang bei herrlichstem Sommerwetter angesagt. Da es etliche Kilometer von Limhamn bis ins Zentrum von Malmö sind, braucht man für den Weg in die Stadt den Bus. Für Ortsansässige kein Problem: Sie haben irgendwelche Abo- oder Chipkarten. Aaaaber für Touristen wird's schwierig: In den Bussen werden keine Fahrscheine verkauft: weder gegen Geld, noch Kreditkarte, noch EC-Karte. In Limhamn gibt es auch keinen Fahrkartenautomaten, sondern nur einen kioskartigen Laden, in dem man Fahrkarten kaufen kann. Diese gelten ab Kauf 1 Std. Es ist deshalb nicht möglich Fahrscheine im Vorrat zu kaufen und der Laden schließt Samstag mittag. Du kommst also per Bus nur in die Stadt, wenn du das Glück hast, auf eine mitfühlende, freundliche FahrerIn zu treffen -- wir hatten Glück und durften ohne Ticket mitfahren. Für den Rückweg konnten wir im Kiosk in der Stadt ein Ticket kaufen. Wir fahren also auch in Malmö nicht immer schwarz.

Für die Ausstellung mit den Traumvögeln kamen wir leider zu spät: sie schloss nach einem ersten Blick auf die Tiere. Dass sich Gustav-Adolf extra für uns gewandelt hatte, statt immer nur bronzegrün rumzustehen, fanden wir sehr aufmerksam.

Nach günstiger Wettervorhersge setzten wir un 9 Uhr (!!) noch im Hafen Gross und Fock. Bei sehr leichtem Wind mo-gelten wir uns unter der Sundbrücke hindurch und setzten den Blister. Dann drehte der Wind auf die Nase und der Rest des Weges nach Dänemark (alle Dänen mögen mir ver-zeihen, dass ich ihr Land unter der Überschrift "in Schwe-den, Südteil" nenne) wurde wie gewohnt eine Kreuz bei lebhaftem Wind -- schönes Segeln! Auch im Bøgestrøm brauchten wir den Motor nicht zu bemühen und kurz nach der Brücke von Kalvehave konnten wir nördlich von Tårö an

einer Turbøj der DS im dritten Anlauf unter Segeln festmachen -- sehr komfortabel.

Sakskøbing, 23.08.12

SMHI für Nidingen --> Måseskär:
06-12 : E 3-6 m/s, 0 % > 10 m/s, 16°, 6/8 bewölkt
12-18 : SE / E 3-6 m/s, 30% > 10 m/s, 19° 8/8 bewölkt, Regen
18-24 : s --> W, 5-8 m/s, 60% > 10 m/s, 4/8 bewölkt
SMHI für Hallands Väderö:
06-12 : E 5-8 m/s, 50 % > 10 m/s, 16°, 8/8 bewölkt
12-18 : E 2-5 m/s, 30% > 10 m/s, 19° 8/8 bewölkt, Regen
18-24 : sW / W, 6-9 m/s, 90% > 10 m/s, 6/8 bewölkt
Hafeninfo Bua, Båtfjordens Hamn
Liegeplatz zunächst vor Hecktonnen, später wg. stürmischem SW/W Wind längsseite Fischerpier
Liegegeld SEK 170 incl. Strom & Wasser, Duschen SEK 10 oder € 1
Internet nein
Hafeninfo Helsingborg, Stadthafen
Liegeplatz längsseits beim Dunker Kulturhuset
Liegegeld SEK 250 incl. Strom & Wasser, Dusche; zu zahlen am Parkautomaten
Internet nein
Hafeninfo Malmö, Limhamn Småbätshamn
Liegeplatz "K", direkt vor Flaggenmast und Restaurant
Liegegeld Frihamn: SEK 60 incl. Strom & Wasser, Dusche; Besonderheit: 2 Waschmaschinen, 2 Trockner, SEK 100 für 4 Std.
Internet nein
Motor für die Gummiwurst testen
La Guagua im Westen Vrångös am Anker
Schärenlandschaft
Schärenlandschaft
El Geier pasa
Sonnenuntergang
Der Reichtum der Einen ...
Makrelen
Heringsfilets
Trocknen !!
Waschen !!
Tanzen !!
rot
Wanderer im Roten
die Karte
blau
Name: Ringhals von Vattenfall
Sjöräddning
Blumenkasten
der Kullen
Vision of the Seas -- größer als das Schloss von Helsingør
Bratnudeln Singapore -- sehr zu empfehlen!
Höchstgeschwindigkeit 340 km/h
nicht so schnell, aber immerhin mit Auto
Özen hat fast alles was man essen kann
Blumenkübel überall
auch Seepferdchen können Drachen sein
in der Nähe des Knudpunkten
schmeckt so gut wie es aussieht
das Restaurant in Limhamns Småbätshamn
der Zirkus im Museumsschaufenster
Torbogen
das richtige Wetter für La Paloma
Traumvögel
und deren einer
G.A. -- the king
Twisted Torso
mitten in Malmö
dark skies
manchmal ist Vorankommen schwierig
Sundbrücke
Stevns Leuchtturm
Kanonen von Stevns Fastning