Segeln: Katamaran "La Guagua" 2011: nach Ålborg

nach Schweden

Flensburg verließen wir bei schönstem Wetter: Die Sonne schien, Hemd, Hut und Sonnenbrille waren die angemessene Be-kleidung. Eine ganze Menge Boote segelten, andere hatten wohl einen Segelschaden, sie fuhren mit Motor. Zeitweise konnten wir sogar den Blister nutzen, aber die letzten Meilen nach Sønderborg waren ein arges Getrödel. In Sønderborg war die Königin zu Besuch; wir glauben zwar nicht, dass

sie unseretwegen gekommen war, schenkten ihrer Yacht dennoch den einen oder anderen Blick. Alles machte einen ausge-sprochenen friedlichen Eindruck: An unserem Warteplatz (für die Brückenöffnung) in etwa 300 m Entfernung, konnten wir in aller Ruhe mit dem Teleobjektiv auf ihr Schloss nebst Liegeplatz zielen, ohne dass die GSG9 in Erscheinung getreten wäre. Sogar ein kleiner Fischkutter konnte den Liegeplatz davor nutzen. In Dänemark öffnen die Brücken häufiger als in der Bundesrepublik und so war unsere Wartezeit recht kurz.

Mit Passieren der Brücke begann der Regen und der Wind packte ein. Das blieb etliche Stunden so, bis wir vor der Einfahrt nach Dyvig standen. Wir beratschlagten kurz, hatten den Eindruck, dass wir nach Schweden wollten, wieder etwas Wind käme und wir deshalb bis zu dem erstklassigen Ankerplatz hinter der kleinen Insel Torø bei Assens fahren sollten. Das taten wir -- im Regen. Freundlicherweise war dort eine Turbøj des DS frei; wir dürfen diese benutzen, da wir wegen unserer Mitgliedschaft im Sakskøbing Bådelaug auch der Dansk Sejlunion (DS) angehören. Das Klamotten Aufhängen oder gar Trocknen ist noch immer ein Problem, da ich im Winter wieder vergessen habe, ein kleines

Dach zu nähen, unter das wir das Ölzeug hän-gen können. Deshalb gab es diesmal die Im-provisation mit dem Regenschirm. Sabine begann zwischenzeitlich mit der Vorbereitung des Essens, denn ich war der Nassere von uns beiden. Bevor wir am nächsten Morgen weiter-fuhern verliess der Dragonfly die andere

Turboj -- ein schöner Anblick!. Das Wetter war, lass mich mal sagen, zweitklassig.

Wir hatten ursprünglich nicht vor, nach Bogense an der Nordküste Fyn's zu gehen. Dass wir es doch machten, lag an Gewit-tern, die uns nach angenehmer Segelei bis Middelfart veranlassten, dort festzumachen um Wetterbesserung abzuwarten. Als wir meinten, diese zu entdecken, machten wir uns wieder auf den Weg. Aber die Gewitter hatten dem Wind wohl die ganze Puste geraubt und ließen uns im Nordzugang zum kleinen Belt in der Flaute liegen. Dies gab uns die Gelegenhet, zu betrach-ten, was für unterschiedliche Fahrzeuge den kleinen Belt ansteuern und wie ein Lotse um die Ecke gebracht wird.

Weil bei dem unruhigen Wetter nicht abzusehen war, wann es wieder Wind gäbe und wieviel, entschlossen wir uns gegen acht Uhr abends den Motor zu starten -- und der nächste erreichbare Hafen war Bogense; geeignete Ankerplätze waren noch weiter entfernt. Nach Passieren der schmalen Einfahrt ist im großen Hafen reichlich Platz zum Manövrieren und wahrscheinlich immer ein Liegeplatz zu finden. Wir legten uns in eine Parkbucht im östlichen Hafenkanal. Wasser, Strom, Waschräume -- alles prima, aber der Preis ist für Multihuller recht hoch -- man verwechselt uns bisweilen mit Mutimillionären.

Beim Stadtrundgang am nächsten Tag, es kachelte, sahen wir auf dem Fried-hof das Grab eines Maler-meisters; man ist eben gern auch im Himmel wer. Als er dort sagte, er könne den Himmel grau malen, fragte Petrus "er du dansk?". Aber am Tag drauf nahm der Wind

nachmittags ab und wir wollten uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen, noch ein paar Meilen Richtung Norden zwischen die Rümpfe zu bringen. Im Hafenkanal setzte ich Gross und Fock, dann schoss Sabine mit einem geradezu phänomenalen Manöver

aus der engen Einfahrt heraus; ich wäre gern unter den Zuschauern gewesen. Es war gut, dass wir den Hafen unter Segeln verließen, denn wir hätten uns bestimmt schwer getan, in der Welle draußen das Gross zu setzen. Ein guter Drücker machte La Guagua Beine und wir freuten uns, schon Ölzeug zu tragen, denn wenig später begann es zu hageln. Dann ein Donnerschlag und Flaute, für die nächste knappe Stunde. Später kräftiger Wind, zunächst raum aber zunehmend spitzer brachte uns rasch nach Egå, etwas nördlich von Aarhus. Spät abends rein, gleich nach dem

Frühstück (dann brauche ich keine Uhrzeit angeben) raus bedeutet: keine Fotos, nur ein Blick zurück nach Aarhus.

An der abwechslungsrei-chen Küste vorbei, auf-rechten Gegenkommer be-grüßen, Helgenæs runden und dann zunächst lang-samer, später, ab Hjelm,

immer schneller werdend nach Grenå. Nachdem wir eine ganze Reihe von Booten überholt hatten, kamen wir so rechtzeitig an, dass wir problemlos einen Platz an einem Stegkopf fanden, wo wir uns im Krebsgang zu drei Vierteln in eine Box begeben konnten. Diesem Festmachen und Sabines Überzeugungskraft verdanken wir, dass wir nur für ein Einrumpfboot bezahlen mußten -- aber wir nehmen auch wirklich nicht mehr Platz weg. Nun sitzen wir hier und warten, dass der Wind abnimmt und wir übers Kattegatt nach Schweden können; DMI schreibt, dass das morgen der Fall sein wird.

Den Kacheltag mit mehr als 15 m/sek aus SW nutzten wir für einen ausgedehnten Spaziergang entlang des Strandes um Frau Nixe zu begrüßen, die es sich in der Nähe der Lebensretter bequem gemacht hatte; vermutlich wegen des Propellerschutzes. Nach dem Rückweg durch die Dünen gingen wir noch Richtung Stadt, um Basilikum (für Mozarella mit Tomate) zu kaufen. Gegenübwer des Supermarktes trafen wir auf das ungewöhnlichste Haus eines Sammlers, das man sich vorstellen kann: Er sammelte alles, zeigte uns sogar einige Räume seinens Hauses: vollgestopft und sehr gepflegt.

Am Morgen unserer Abfahrt kam der Hafenmeister und teilte mir mit, dass wir, auch wenn wir nur eine Box belegten das Hafengeld für Katamarane (fast das Doppelte) zahlen müßten -- schließlich gebe es Regeln. Und sein Kollege, mit dem Sabine gesprochen hatte, hätte nichts anderes sagen dürfen! Er sei der Hafen-meister! Was sollen Argumente wenn es eine Dienstvorschrift gibt: Feldwebel Rummelstöß scheint nicht nur in Deutschland zu wohnen. Die DMI-Vorhersage erwies sich wieder einmal, wie fast immer, als zutreffend: Der Wind am nächsten Tag machte einen guten Eindruck und wir verließen unseren Liegeplatz mit tat-kräftiger Unterstützung eines anderen Seglers bereits kurz nach 9 Uhr. Das

Gross konnten wir wegen eines freundlichen Winddrehers noch im Hafen setzen und bis zum Anholt NW-Rev war angenehmes relativ schnelles Raumschots- und Halbwindsegeln angesagt. Auf halbem Wege zwischen Grenå und Anholt kam eine riesige Baustelle mit einer großen Arbeitsplattform und jeder Menge eindrucksvoller Fahrzeuge aus dem Dunst. Wir vermuten, dass dort ein neuer Windpark mit einer großen Zahl von Windrädern entstehen wird.

Interessant wurde es noch einmal, als wir die Lücke im NW-Rev Anholts passierten, wo man relativ genau treffen muss, um nicht in's Flache zu kommen. In Lee von Anholt nahmen See und Wind ab und das blieb auch so bis zur schwedischen Küste -- wie im letzten Jahr. Mit wenig Wind gingen wir wieder zwischen Brokö und Hällesö auf gut 2 Meter Wasser vor Anker.

Grenå, 23.07.12

Hafeninfo Bogense
Liegeplatz Boxen, Längsseiteplätze
Liegegeld Für Mehrrumpfboote DKR 250 (= Boote > 15m) incl. Strom & Wasser, Duschen per Hafenkarte ca. 3 min/5 DKR
Internet nein
Hafeninfo Marina Egå
Liegeplatz Boxen, Längsseiteplätze
Liegegeld Frihavn: DKR 50 incl. Strom & Wasser, Duschen per Hafenkarte 5 min/11 DKR
Internet Netbaad.com - Gratis Net
Hafeninfo Grenå Marina
Liegeplatz Boxen, Längsseiteplätze
Liegegeld DKR 155 incl. Strom & Wasser, Duschen per Hafenkarte 4 min/10 DKR
Internet GrenaaS.net Folkenet (gratis)
Ort Datum Uhrzeit
Abfahrt Flensburg 18.07.12 09:50
Ankunft Kungsbacka Fjord 24.07.12 20:20
Motor Segel max. Fahrt
diese Etappe 8 sm 236 sm 16,1 kn
Sommertrip bisher 11 sm 367 sm 16,1 kn
das ist Segelwetter !!
30er Schärenkreuzer
Königskreuzer, dänischer
Sønderborg
Holländer auf dem Weg zum Oldtimer-Treffen
Holländer passieren die Brücke auf dem Weg zum Oldtimer-Treffen
Ölzeug tropft ab
Wasser kochen
35' Dragonfly
Zwischen Assens und Torø liegt ein prima Ankerplatz
natürlich fährt die Bravo (hier an der Pier von Fredericia) unter der billigen Flagge Maltas
lang und flach
so sieht es also aus, wenn ein Lotse m die Ecke gebracht wird
Schubverband von DONG Energy
aber innen ist es modern ...
Häuser am Bach
Häuser am Bach
alt & schön
auf dem Weg zum Innenhof
1. Stock
längsseite in der Parkbucht
Aarhus achteraus
Küste bei Keldshoved
zweibeiniger Gegenkommer
Helgenaes Leuchtturm
Grenå Marina von Süden
Frau Nixe
Lebensretterschlauchboot mit Propellerschutz
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hinter der Düne
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Svanen: mancher Schwan hat eine besondere Figur
Fundamente ohne Ende
Baustelle
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