Segeln: Katamaran "La Guagua" 2011: nach Sakskøbing

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zum Reisebeginn

Lange genug hatten wir in Malmö auf brauchbares Wetter gewartet und als DMI für den Bereich bis nach Møn südwestliche Winde mit 5 bis 8 m/s (selten 8 bis 11) vorhersagte, fuhren wir halb zehn ab. Die Öresundbro erreichten wir an der Kreuz nach einer guten halben Stunde, und wir hatten auch keine Schwierigkeiten mit dem Gegenkommer von den Finnlines. Südlich der Brücke, östlich von Drogden, gibt es jede Menge Windmühlen (die mahlen den Wind zu Strom), deren Anblick uns immer

wieder begeistert. Stevns ist ein besonderer Ort: bei einem Land-gang von Rødvig aus (wahrschein-lich 2004) sahen wir auf dem Pla-teau zwei Doppel-geschütztürme.

Sie stammen ursprünglich vom großdeutschen Schlachtkreuzer "Gneisenau" und wurden 1996 außer Dienst gestellt. Einer Infobroschüre entnahmen wir, dass sie der Sperrung des Øresund für sowjetische Kriegsschiffe im "Krisenfalle" dienten: "die Bedrohung war realistisch". Gun meint, die Kanonen auch dieses Jahr gesehen zu haben, und hat deshalb beim Schreiben unserer Website im Netz nach Infos gesucht über Stevnsfortet; ein Auszug ist unten im grauen Kasten wiedergegeben -- da zeigt sich auch der Realismus ... schade dass dieser Unsinn nach 2000 immer noch verbreitet wurde.

Dann kam der Kalte Krieg: die Sowjetunion war - im Frieden wie auch im Krieg - auf die ungehinderte Passage dieser dänischen Wasserstrassen angewiesen. Deshalb wollten USA und NATO die Ostsee im Kriegsfall "zustöpseln", so dass sowjetische Flotteneinheiten nicht herauskommen konnten. Øresund und Grosser Belt sollten durch Minengürtel gesperrt werden. Dies hätte einen Bruch des Völkerrechts bedeutet, da beide Fahrwasser international sind. Ein solcher Schritt hätte der Sowjetunion keine andere Wahl gelassen, als die Minensperre zu beseitigen. Um dies zu verhindern, wurden das Stevns-fort und das Langelandsfort angelegt. Hätte eine größere Krise zum Krieg geführt, wäre Dänemark zum Kriegsschauplatz geworden - mit weit schlimmeren Verwüstungen als je zuvor: Sowohl die NATO als auch der Warschauer Pakt hätten den Einsatz taktischer Atomwaffen in Kauf genommen.

Bis hierher ging es zwar holprig und spritzig voran aber dann wurde es richtig nass. Kurz nach drei war reffen angesagt und das Reff blieb auch drin, bis wir halb acht südwestlich Faxe auf 1,8 m über Sandgrund einen erstklassigen, ruhigen Ankerplatz fanden. Zum Abendessen gab es nach diesem Trip, aus dem wir mit unserer Kreuzerei immerhin 60 sm gemacht hatten, Chacumalingi (diesmal waren das Rouladen nebst Rotkraut und Kartoffeln) -- erstklassig !! Mit dem Ziel, noch bis Sakskøbing zu kommen verließen wir den Ankerplatz unter Segeln bei leichtem westlichen Wind wieder halb zehn (scheint unsere Zeit zu sein) und erreichten kurz vor elf den Bøgestrøm. Weil der Wind zu spitz kam mussten wir zeitweise den Motor zur Unterstützung benutzen, aber nach gut 20

Minuten konnten wir wieder segeln. Zwischen der Straßenbrücke bei Kalvehave und der Eisenbahn- brücke bei Vordingborg gab es außer schönen dänischen Oldtimern auf Gegenkurs auch noch die ver-mutlich einzigartige Autobahn-sprungschanze der E47/E55 zu betrachten. Bis zur Vordingborg-Brücke übten wir in dem zum Teil recht engen Fahrwasser das Kreuzen (das mögen wohl fast 100 Wenden gewesen sein) und freuten uns über die komfortable Handhabung unseres Bootes: kein Schotenreißen oder Ähnliches, nur das Tauschen der Backstagen und das Wechseln der Seiten (zum Steuern) brachte angenehme Bewegung in die Sache. Bei mäßiger Sicht ließen wir Femø und Askø im Westen und nahmen den kürzesten Weg zu zu unserem Heimathafen.

Brixen / Bressanone 11.10.11

Ort Datum Uhrzeit
Abfahrt Malmö 31.08.11 09:30
Ankunft Sakskøbing 01.09.11 20:25
Motor Segel max. Fahrt
diese Etappe 5 sm 118 sm 11,4 kn
Sommertrip bis hier 59 sm 752 sm 16,6 kn
Öresundbro
Gegenkommer
Drogden am 31.08.11, 11:43 Uhr
Strom aus vielen Flügeln
Windenergie !
Stevns
Abfahrt Faxe Ankerplatz
Straßenbrücke Kalvehave
Mini-Rahsegler
Sprietsegler
Eisen- unter Autobahnbrücke
Autobahnsprungschanze
Sakskøbing -- daheim