Segeln: Katamaran "La Guagua" 2011: nach Ålborg

nach Göteborg

zum Saisonbeginn

Mit unseren italienischen Freunden haben wir abgesprochen, uns Ende Juli bei Göteborg zu treffen. Nachdem wir unser Projekt "Carbonmast" mit dem Transport desselben am 09.07.11 nach Sakskøbing weitgehend abgeschlossen und bei der Gelegenheit gleich noch den Vergaser unseres Motors abgebaut hatten, fuhren wir am 15.07.11 wieder nach Sakskø-bing, um uns auf den Weg nach Norden zu machen. Weil der Carbonmast nur weitgehend fertig ist, beschlossen wir, die Sommersaison noch mit dem Alumast zu fahren, und erst Ende August / Anfang September den neuen Mast fertig zu machen und auszuprobieren (das ist dann eine neue

Geschichte).
Den Samstag nutzten wir, um

endlose Mengen an Vorräten einzuladen und Gun (dessen Motorkenntnisse ausrei-chen, um zu wissen, dass unser Motor Benzeng braucht) montierte den gereinigten Vergaser -- und der Motor lief trotzdem! ... was für ein Erfolg!
Als am Sonntag der Regen aufhörte verließen wir (mit dem immer noch laufenden Motor) kurz nach Mittag Sakskøbing mit dem Ziel, soweit als möglich nach Langør / Samsø zu kommen um dort möglicherweise Segelfreunde aus Sakskøbing zu treffen. Das Wetter war nicht doll aber brauchbar. An Skalø vorbei, bis nach Omø hatten wir recht guten Wind, der dan

wir recht guten Wind, der dann leider stark abnahm. Wenigstens kam er aus der richtigen Richtung und so verhalf uns der Blister noch zu etwas Fahrt.
Dank unseres geruhsamen Vorankom-mens hatten wir Muße, zu betrachten, wie die Color Magic mit ihrem Schorn-stein die Luft kolorierte, echt Color Line Cruises. Die Sandpiper kam extra aus Panama um Sand nach Dänemark zu bringen und hatte dazu sogar einen typisch dänischen Bagger an Bord -- da werden sich die Dänen aber freuen! Das leichte Lüftchen schaffte es noch, uns bis nach Romsø, nordöstlich von Kerte-minde zu bringen, wo wir an einer Fest-

machertonne der Dansk Sejl-union nach einem beeindrucken-den und etwas bedrohlichem Sonnenuntergang eine unruhige Nacht verbrachten: der Wind drehte nicht, wie vorgesehen südöstlich, sondern südwestlich und das Riff bot dann nur wenig Schutz gegen die See. Romsø sieht von See her sehr hübsch aus und lädt förmlich zum Land-gang ein; leider steht in der Karte der Vermerk "betreten verboten" -- man will anschei-

nend unter sich bleiben. Außerdem waren die Bedingungen zum Landgang mit dem Gummiboot ohnehin nicht geeignet. Also frühstückten wir ausgiebig, machten die Leinen los und fuhren bei südlichen Winden um 5 Bft. Richtung Langør. Im Lind-holm Løb wurde es dann noch einmal richtig lebendig: wir zischten mit halbem Wind und ziemlich weit offenen Segeln mit 15,8 kn durch die enge Rinne

zwischen roter Tonne an Bb. und Sand-riff an Stb. Der Wind war so stark, dass wir entschieden, nicht in den relativ en-gen Hafen von Langør zu gehen, sondern westlich der Einfahrt in traumhafter

Abdeckung zu ankern und evtl., bei nachlassendem Wind mit dem Schlauchboot an Land zu fahren. Aber der Wind liess nicht nach. Weil Langør recht voll aussah und der Wetterbe-richt uns vor die Wahl stellte, jetzt nach Norden zu fahren oder evtl. in den nächsten Tagen Ebeltoft anzulaufen, um zu erwar-tende nördliche Winde auszusitzen, entschieden wir, am nächsten Morgen zeitig Richtung Schweden zu fahren, mit der Möglichkeit, in Grenå, oder Anholt einen Stop einzulegen. Und so gab es auch kein Treffen mit unseren dänischen Seglerfreunden, sondern nur ein Foto vom Mond morgens kurz vor vier. Wir verließen den ruhigen Ankerplatz nach einem schnellen Frühstück kurz nach sieben, setzten für eine Stun-de den Blister, nahmen ihn dann aber wieder weg, weil Gun 14,8 kn unter Blister zu schnell erschienen. Bis Anholt ging es sehr rasch voran und Sabine wäre gern dort geblieben, aber wiederum legten uns die Wettervorhersagen nahe, weiter zu fahren. So bliesen uns die Götter des Windes dieses Jahr regelrecht an Dänemark vorbei -- ein Aufenthalt in Anholt wäre schön gewesen! Nachdem wir uns durch die Passage im NW-Rev getastet hatten und die Abdeckung von Anholt verließen, verliess uns auch der Wind und gab zu der Befürchtung An-

lass, Schweden nicht mehr im Hellen zu erreichen. Der Blister brachte uns dann doch ein wenig in die richtige Richtung und das Atom-kraftwerk Ringhals strahl-te uns entgegen (Betrieb unter behörd-licher Aufsicht), noch bevor wir Fladen oder Nidingen in Sicht bekamen (so ein Dings ist also doch 'mal zu was gut...). Kurz nach neun gingen wir zwischen Hällesö und Brokö an den Anker und genossen Spaghetti und Rotwein. Am nächsten Morgen strahlte die Sonne auf unser Frühstück im Freien und später verholten wir unter Motor nach Gott-skär. Dort gibt es bei Jönssons Kondi-tori nicht nur erstklassige Himbeertört-chen, sondern auch eine spezielle Art von dunklem Mumpfbrot, das mit Käse und Wein prima schmeckt.

Gottskär verließen wir Freitag am frühen Nachmittag bei leichtem Wind. Kurz hinter Fjord-skär konnten wir sogar für eine Stunde den Blister setzen. Da die Schutzzeit (bis 15.07) bereits beendet ist, war es

möglich, ganz nah an der Küste zu fahren. Hierdurch hatten wir die Gelegenheit, nicht nur die großen Antennen bei Fjärhals, sondern sogar ein paar Seehunde auf den vorge-lagerten Schären zu sehen. Bei solchen Bedingungen ist der Trip nach Vallda Sandö sehr

angenehm: sämtliche Gefahrenstellen im Wasser sind gut zu erkennen (einige sogar durch Kormorane markiert). Unsere frühe Ankunft ermöglichte uns, Francoise und Bengt (Hauptwohnsitz Südfrankreich, Sommerhaus in Schweden -- besser geht's fast nicht!) an Bord zu begrüßen und mit ihnen eine höchst angenehme Zeit zu verbringen. Und dann müssen wir in Vallda Sandö natürlich über die Küstenfelsen wandern, denn diese schöne Gegend können wir uns nicht entgehen lassen: Blüten, Blüten, Blüten, aber auch gefährliche Seeungeheuer

Unangenehmer als die furchterregenden Seeungeheuer war der Gewitterschauer, der uns kurz nachdem wir von den Felsen herunter waren erwischte: erstens waren wir unterhalb unserer Regenjacken nass wie die gebadeten Mäuse (die Bergschuhe hängen jetzt noch zum Trocknen unter dem Großbaum) und die Lust traumhafte Kirschen zu pflücken wurde deutlich geschmälert. Sabine pflückte am nächsten Tag noch ungefähr ein Kilo; am besten waren die kleinen hellroten, glasigen. Gun kultivierte seine Zahnschmerzen; Bengt schaffte Abhilfe, er fuhr uns am Montag morgen zum einzigen Zahnarzt in Kungsbacka, der jetzt, während der Ferienzeit geöffnet hatte. Nach der Zahnbehandlung kam die Busfahrt nach Sandö Hamn -- ein Schock: Die Einzelfahrkarte kann nur per VisaCard mit PIN-Code im Bus

gekauft werden. Wenn dann wie bei unserer VisaCard ein PIN-Code nicht angenommen wird, dann funktioniert dieses System nicht und man bekommt kein Ticket. Aber wir hatten gewaltiges Glück: Der freundliche Busfahrer sagte "Nimm deine Karte und setz dich hin -- für dieses eine Mal". Der Wind hatte auf brauchbare Stärke abgenommen, es regnete nicht, die Zahn-schmerzen waren fast weg, also beschlossen wir noch am Abend nach Göteborg/Hinsholmskilen zu fahren.

Von achtern kam rasch ein großes Einrumpfboot auf. Der Skipper hatte anscheinend Angst vor den Schatten, die im Westen bereits die Häuser auffraßen, obwohl im Osten die Abendsonne noch die Küstenfelsen aufleuchten liess und hatte deshalb zusätzlich zu den normalen Segeln noch den Volvo(?) gesetzt. Vor Knarrholmen hatte er uns überholt, aber wir kamen auch noch bei Licht in Göteborg an und machten am Kopf von Steg "P" mit vielen Fendern fest.

(Göteborg, 26.07.11)

Ort Datum Uhrzeit
Abfahrt Sakskøbing 17.07.11 12:50
Ankunft Göteborg 25.07.11 22:00
Motor Segel max. Fahrt
Sommertrip bis hier 6 sm 212 sm 15,8 kn
Hafeninfo Gottskär
Liegeplatz am Kopf der Brücke "C"
Liegegeld SKR 160 incl. Strom und Dusche, zu zahlen im Tankstellenhäuschen
Internet ungesichertes Netz Gottskarshamn
Hafeninfo Vallda Sandö
Liegeplatz auf der Innenseite der Mole
Liegegeld Freihafen: Kein Liegegeld, Strom und Dusche frei
Internet nein
Hafeninfo Göteborg
Liegeplatz Kopf von Steg "P"
Liegegeld Freihafen: Kein Liegegeld, Strom und Dusche frei
Internet bisweilen via ungeschütztem Netz "GKF"
Mast fährt Fähre
der Motor mit dem Vergaser am rechten Platz!
Skalø unter grauem HimmelS
Color Magic koloriert
Sandpiper / Panama
Sonnenuntergang bei Romsø
Sonnenuntergang: das Wasser brennt
Romsø: betreten verboten
was wolln die Leut an Land hier gehn ...
... sie könn das Land vom Boot aus sehn!
La Luna a las quatro
Ringhals
kommen wir noch im Hellen an?
Nidingen
Mumpfbrot
Fjordskär
was für Antennen?
Seals
Steine eben unter Wasser
kormoranmarkierter Stein
Besuch auf der Veranda
Vildkaprifol
irgendeine Orchidee
Vildkaprifol + Wachholder = Vildkaprigin
VildkapriHeide
Heide
gelbe Blumen
.. mein lieber Schwan!
Seeungeheuer beim Landgang
Kirschen
mit Volvo(?)-Beisegel
Ostküste
Westküste
Knarrholmen