Segeln: Katamaran "La Guagua" 2010: nach Sakskøbing

von Brøndby nach Sakskøbing

zum Reisebeginn

Natürlich bescherte uns der südöstliche Wind mit guten 4 Bft. und der ent-sprechenden Welle eine ungemütliche Kreuz, bei der jedoch, anders als er-wartet, nur relativ selten einige Spritzer den Weg ins Cockpit fanden;

Wind, Wasser und Trampolin arbeiteten mustergültig zusammen. So blieb das Ölzeug am Haken; aber Gurt bzw. Rettungsweste waren schon erforderlich. Kurz nach drei passierten wir Stevns. Die Klippen haben eine große Ähnlichkeit zu denen von Fur und die Verladeanlage (für Katzenstreu?) erinnerte Gun an die Erzpier von Lower Buchanan / Liberia. Stevns macht einen ausgesprochen friedlichen Eindruck, war jedoch ein höchst (kalt-)kriegerischer Platz.

Eben nach drei Uhr hatten wir Stevns Leuchtturm quer und nahmen kurz darauf erstmals die Kirche am Klippenrand wahr, an der wir bestimmt schon 15 mal vorbeigefahren waren; das Licht war diesmal wohl günstiger. Dann konnten wir mit Ziel Bøgestrøm etwas abfallen und ab ging die Post. Eineinhalb Stunden später passierten wir die Ansteuerungstonne: Rückkehr nach Schwänemark, denn was vor dem Hintergrund Møns wie Brandung aussieht, sind tatsächlich Schwäne -- noch nirgends haben wir so viele gesehen wie hier!!

Dadurch, dass der Wind ein wenig nach Osten drehte, hatten wir das seltene Glück, den gesam-ten Bøgestrøm ohne Motor, mit nur relativ weni-gen Kreuzschlägen bewältigen zu können. Nördlich Tærøs hatten wir bereits mehrfach geankert und beschlossen, dort auch diesmal die Nacht zu ver-bringen, um auf dieser Insel endlich Mal an Land zu gehen. Tærø ist leider ziemlich landgangsun-freundlich: Fast die gesamte Insel ist eingezäunt, so dass nur ein schmaler Streifen entlang des Wassers bleibt, auf dem man einen Teil der Insel besuchen kann -- trotzdem ganz schön!

Von Tærø nach Sakskøbing ist es nur ein Katzensprung -- wir hatten jedoch das Ziel, zwei Sprüngchen daraus zu machen, indem wir entweder nach Femø in den Hafen gingen, oder uns für eine weitere Nacht vor Anker legten. Auf dem Weg dorthin war wenig los, dafür um so mehr in Femø Havn: Der war so voll, dass bereits 7 Boote davor am Anker lagen. Damit war unser Ziel klar: Fejø Sletterev -- dieses Ziel erreichten wir mit dem letzten Lufthauch, sodass wir den Motor nicht benützen mußten. Nach einem flammenden Sonnenuntergang kam wieder etwas Wind, der sich später auf Südwest einpendelte. Unser Ankerplatz wurde dadurch etwas unruhig, aber das machte bei dem guten Sandgrund nichts aus. Nachdem am nächsten Morgen der schöne dänische Oldtimer an uns vorbeigezogen war, verließen wir kurz vor Mittag unseren Ankerplatz. Zunächst war der Wind nicht so doll, aber als wir bei Lindholm auf die Zielgerade einbogen, frischte

es ordentlich auf und bei WSW mit 4 bis 5 Bft. war das Segeln so schön, dass wir kurz vor Øreby umdrehten, um noch einmal raumschots von Lind-holm herunterfahren zu können. Die Kreuz war noch ganz schön, aber dann liess der Wind wieder nach, und so wurde nichts aus einem End-spurt des diesjährigen Kattegatt-Trips. In Sakskøbing war unser Liegeplatz belegt, also machten wir unter dem Mastenkran fest, freuten

uns über die freundliche Begrüßung durch andere Mitglieder des Bådelaug und genossen unseren Ankunftssnack.

Ort Datum Uhrzeit
Abfahrt Brøndby 02.07.10 08:00
Ankunft Sakskøbing 22.07.10 14:45
Motor Segel max. Fahrt
diese Etappe 3 sm 98 sm 12,6 kn
bisher 32 sm 789 sm 15,7 kn
Von 1954 bis 2000 war die unterirdische Festung von Stevns Bestandteil des dänischen Verteidigungskonzepts, anscheinend mit dem Ziel, den Süd-zugang zum Øresund unpassierbar zu machen falls dies politisch oder militärisch gewünscht würde. Überirdisch sind nur ein kleiner Bunker und zwei 150 mm Zwillings-Geschütztürme des ehemaligen deutschen Schacht-kreuzers "Gneisenau" zu sehen. Die 4 Kanonen hatten eine Reichweite von 23 km und ihre Granaten waren geeignet 12 cm Stahl zu durchschlagen. In den 50er Jahren mochte das geboten erscheinen; schade finden wir, dass noch immer in der Homepage von Stevns steht: "Die Bedrohung vom Osten war real". Nach unserer Auffassung sollte man stattdessen schreiben: "Die Bedrohung vom Osten schien real" -- aber es gibt ja Leute, die noch immer die Story vom Angriff aus dem Osten glauben.
Wassermuster auf Bb.-Trampolin
Sabine, ganz sicher
Küste bei Stavns / Sjælland
Verladebrücke bei Stavns / Sjælland
Stevns Lchtm.
Kirche bei Stevns / Sjælland
Schwäne vor Møn aus Nord
CQR-Anker liegt klar
Tærø ist eingezäunt
Blick von Tærø nach Westen
Schilftümpel
Nahrung für Frau Biene
dönischer Küstenschutz
Femø Havn aus West
Segler in Smålands Farvand
Sonnenuntergang bei Sletterv
Nordseite Einfahrt nach Sakskøbing
dänische Gaffelketsch
Kragevik Skov
im Sakskøbing Fjord mit Blumen an der Seereling