S Segeln: Katamaran "La Guagua" 2009: nach Schweden

von Göteborg nach Schweden

zum Reisebeginn

Für den Trip nach Schweden hatten wir vor, zunächst nach Fredrikshavn und anschließend nach Ålbæk zu gehen, um von dort aus das Kattegatt zu kreuzen. Skagen, wo wir in 2004 gewesen sind, wollten wir meiden: Die scheinen dort verrückt zu sein, sie wollen für ein Mehrrumpfboot Dkr. 320; das sind gut € 40. Also setzten wir kurz nach Abfahrt Hals-Reede unsere speziellen Am-Wind-Luv-Spinnaker und erreichten gegen fünf am Nachmittag Fredrikshavn. Den Dänen muss der unerbetene Besuch der feldgrauen Deutschen oder die Mär von der Bedrohung aus dem Osten

noch sehr im Magen liegen: Bei Fredriks-havn wachsen aus den Hügeln Kanonen und an Kriegsschiffen herrscht auch kein Mangel (eines scheinen die Dänen aller-dings von ihren heutigen Waffenbrüdern gelernt zu haben: Sie versehen ihre Fregatten mit Zwiebeltürmen -- Gun wußte das zu schätzen).

Obwohl in Fredrikshavn Schollen in luftiger Höhe getrocknet wurden und ein Blechdorsch als Windfahne jobbte, blieben wir nur eine Nacht und den nächsten Vormittag, als Michael mit seinem Trimaran Mikado (F 24) hereinkam. Mit ihm haben wir noch etliche Zeit verschnackt, bevor

wir Richtung Ålbæk abfuhren. Auf dem Weg dorthin kamen wir in eine so verrückte Schauerbö, dass wir beide das Fotografieren vergaßen. Es sah so bedrohlich aus, dass wir vorsichtshalber die Gewitterlitzen ausbrach-ten (unsere Version des Blitzschutzes) und mit Eintreffen des ersten nennenswerten Lufthauchs die Segel wegnahmen, weil uns völlig unklar war, wieviel Wind zu erwarten war. Am Ende waren es nur 5 Bft. und jede Menge Regen. Wir ließen uns eine halbe Stunde treiben und den Regen an uns herunterlaufen. Dann setzten wir wieder Gross und Fock

und fuhren mit den ersten Sonnenstrahlen in den Hafen. Dort war es so voll, dass wir an der inneren Südmole festmachten, in der Hoffnung, der Hafenmeister würde uns nicht wegjagen -- tat er auch nicht -- er war ohnehin sehr nett und kassierte auch keinen Zuschlag für Mehrrumpfboote, was unsere Umkehr nach Fredrikshavn bedeu-tet hätte. So hatten wir einen interessanten Blick aus dem Fenster. Ein ebenfalls interessantes Bild von dem bekloppten Motorbootler, der sich noch vor dem Lillebælt-Kreuzer aus der schmalen Hafeneinfahrt drücken wollte, zeigen wir lieber nicht -- denn es gibt ja auch sehr rücksichtsvolle Motorbootfahrer die wir sehr schätzen.

Nach etwas kom-pliziertem Fest-machen mit einem gewaltigen Fender-paket entsprach Ålbæk vollkommen Sabines Hoffnun-gen / Erwartungen: kilometerlanger Sandstrand vor einem netten Ort, in dem sie Fisch kaufen und Eis in Kanistern für die Kühlbox herstellen konnte. Unter den

vielen Leuten, die Interesse an unserem Boot hatten waren auch Britta und Maike -- Kalle blieb an der Pier -- aus Braunschweig. Am nächsten Abend kamen Britta und Kalle und brachten uns zur großen Düne, die wir zu Fuss nie hätten erreichen können -- das war supernett!! Viel zu früh kam deshalb die Abfahrt Richtung Schweden. An die Stelle

der Steine (gesehen aus dem Bb.-Rumpf) trat ein letzter Blick auf einen sehr angenehmen Ort in dem wir noch einen Tag oder zwei hätten blei-

ben können, wenn die Wetteraussichten anders gewesen wären. Aber sie waren nicht anders!! Für die nächsten Tage war Starkwind aus östlichen

Richtungen vorhergesagt worden -- das wäre an unserem Liegeplatz sowieso nicht gegangen; außerdem

hätten wir die Überfahrt nach Schweden wohl um rund eine Woche verschieben müssen. Also guckten wir uns die Wetterberichte von

dmi, dradio und smhi genau an. Den Aus-schlag gab dann Wulfo's smhi-Wetterbericht vom 17.07.09, der noch

nicht verfügbar war, als wir abfuh-ren. Es sah zwar nach Blasen aus, aber erst später am Tage und dann hauptsächlich auf der dänischen Seite. Also gingen wir nicht nach Fredrikshavn sondern nach Schweden. Unser Ziel war die Ge-gend um Marstrand. Langsam kamen

die Orangen-Transporter und die übrigen Ankerlieger bei Skagen außer Sicht, die "New Conquest" aus Majuro wich uns zu Gun's Veblüffung vorschriftsmäßig aus und die "Calypso N" aus Limassol quetschte sich mit einem Bb.-Manöver noch vor uns vorbei. Es gibt unterschiedliche Arten, sich der schwedischen Küste zu nähern; Entweder man sieht Hätte-

berget Leuchtturm -- oder nicht. Wir fuhren ein wenig zwischen den Schären hindurch und ankerten dann in einer Bucht an der Nordwestecke Instöns, die gegen fast alle Windrichtungen gedeckt und nur nach West etwas offen war. Dem angekündigten Gebläse konnten wir in Ruhe entgegen sehen.

Ort Datum Uhrzeit
Abfahrt Hals Reede 14.07.09 09:30
Ankunft Instön 17.07.09 19:50
Motor Segel max. Fahrt
Diese Etappe 2 sm 91 sm 8,7 kn
bisher 163 sm 904 sm 15,5 kn