Katamaran "La Guagua" 2008: nach Stockholm

von Mariehamn nach Stockholm

zum Reisebeginn

Die Reise nach Stockholm begannen wir mit einem kleinen Rundtörn in den Ålands, da wir befürchteten, sonst Jochen nicht rechtzeitig für seinen Rückflug absetzen zu können. Also

klein, klein und bloß nicht zu weit weg von Mariehamn. Mit angenehmem Wind fuhren wir bei Ledskär um die Südspitze von Lemland, ließen uns wenige Meilen weiter durch Mücken von dem ausgeguckten Ankerplatz vertreiben und ankerten ein paar Kabellängen südöstlich relativ mückenfrei. Jochen's gewaltiger, bislang ungesehener Sprung aus dem Cockpt gab uns zu denken: gefiel ihm irgendwas nicht? Aber als er etliche Minuten später

wieder an Bord zurück kam, waren diese Bedenken zerstreut -- anscheinend alles in Ordnung. Unseren nächsten Ankerplatz erreichten wir nach 5 sm gemächlichen Segelns. 45 m Kette und Leine am Pflugscharanker bei 5 m Wassertiefe in einer nach allen Seiten geschützten Bucht und das freundliche Erscheinungsbild der orts-ansässigen Flugzeuge ließen uns den Platz von Anfang an als angenehm erscheinen. Wir

unternahmen dshalb sofort einen ausgedehnten Landgang. Wegen der relativ großen Höhe eines Felsbuckels war der Überblick über die nächsten Schären ziemlich eindrucksvoll. Blaubeeren gab es wieder nicht, aber außer den Preiselbeeren, mit denen wir nichts anfangen konnten, fanden wir sogar einige Himbeeren. Jochen war der Landgang anscheinend zu kurz: Nach einem seiner phänomenalen Sprünge schwamm er noch zu einem anderen Inselchen.

Ab dem nächsten Tag nahm der Wind zu und drehte natürlich gegenan. Dennoch fanden wir zwischen den Unmengen von Inseln immer wieder Ankerplätze, die gut abgedeckt waren gegen die zu erwartenden Winde und flach genug, dass wir uns um das Halten des / der Anker keine Gedanken machen mussten. Jeweils nach dem Ankern gab es den La Guagua-typischen Drink nebst Imbiss und danach selbstverständlich einen Landgang.

Ausgedehnte Landgänge, aber auch eine kleine Segelreparatur nach einem mißlungenen Manöver, erfordern natürlich gutes Essen: ob in Gedanken an die Olympiade in Beijing Schlanguri a la China oder Polenta mit Ochsenschwanzragout ist egal -- Sabine bringt immer etwas Schmackhaftes auf den Tisch.

Schnell noch ein paar Touristenfotos bei einem weiteren Landgang und dann musste Jochen auch schon per Fähre von Degerbyhamn zurück nach Mariehamn: der starke Südwest hielt uns noch einen Tag dort fest, an

dem das Museum leider geschlossen hatte, und dann machten auch wir uns auf den Weg Richtung Stock-holm: Wulfo hatte angenehmen Wind gemeldet, der dann auch eintraf und uns zunächst

durch die Enge bei Ledskär nach Rödhamn brachte. Rödskär hat we-

gen ihrer exponierten Lage den Charakter einer Außen-schäre. Obwohl sie ihre Bedeutung als Lotsenstation und Funkpeilsender vor langer Zeit verloren hat, braucht man auf die wesentlichen Einrichtungen zivilisierten Lebens nicht zu verzichten: Es gibt eine mit Holz beheizte Sauna (vorher bitte den Waschraum (Seewasser) benutzen),

mit direktem Zugang zur See. Danach geht das Saunabier richtig gut runter. Obwohl es auf Rödskär Frischwasser und Elektrizität nur in sehr begrenztem Umfang gibt (nicht für Yachties), kann man sich per Wlan an's Internet hängen, wenn man nah genug zur Antenne geht.

Also noch schnell eMail und die diversen Wettervorher-sagen abgefragt: passte für Söderarm, unseren bevorzug-ten Zugang zu den Stockholmer Schären -- nichts wie weg! Bedauerlicherweise war das Wetter nicht außergewöhnlich

schön: neben brauch-barem Wind gab es Nieselregen -- zu wenig für Kapuze oder Südwester, also

trug Gun das, was er seinen Nordoster nennt. Bei Ka-pellskär suchten und fanden wir einen gut geschützten Ankerplatz für den vorhergesagten nördlichen Kachel-wind des nächsten Tages und feierten (ein bißchen)

Gun's Geburtstag. Freundlichen, allerdings sehr zurückhaltenden Besuch gab es auch. Weiter

ging's an besonderen Baken und duftenden Kormoran-Inseln vorbei Richtung Stadt. Das Ankern war manchmal nicht ganz einfach, da die Wassertiefe häufig erst in Ufernähe so weit abnimmt, dass wir mit 50 m Kette und Leine auskamen. Die Annäherung an Stockholm zeigte sich deutlich durch eine Vielzahl eigenartiger schwimmender und fliegender Geräte und die zunehmende Zahl bescheidener Anwesen auf den Schären.

Als wir dann noch an der Fontäne vorbei-gefahren wa-ren, die freund-licherweise für uns angestellt wurde (weshalb denn sonst!!),

machten wir die Leinen klar und hofften, dass wir, wie im vergangenen Jahr einen guten Platz im Vasahamn bekommen würden -- kein Problem: wir bekamen. Damit hatten wir die bislang motorreichste Etappe, auf der sich auch das konstant, schöne Wetter verabschiedete, hinter uns.

Ort Datum Uhrzeit
Abfahrt Mariehamn 09.08.08 15:05
Ankunft Stockholm 20.08.08 13:20
Motor Segel max. Fahrt
Diese Etappe 31 sm 181 sm 12,4 kn
bisher 104 sm 1534 sm 16,4 kn