Katamaran "La Guagua" 2008: nach Riga

von Klaipeda nach Riga

zum Reisebeginn

Auf dem Weg nach Riga folgten wir der hübschen aber gleichförmigen Küste nach Norden. Kliffs wechseln sich mit Dünen ab, dahinter liegt stets Wald, der nur durch die Einfahrten zu

den Häfen unterbrochen wird, z.B. nach Liepaja. In den Hafen kann man ohne Probleme mit Segeln einlaufen: er ist riesig. Anschließend folgt man dem Hafenkanal, bis dieser durch eine Straßenbrücke

beendet wird. In Liepaja fuhr 1899 die erste elektrische

Straßenbahn Europas. Auf der Westseite direkt vor der Brücke ist die gepflegte Steganlage für die Yachten. Das Liegegeld ist mit 10,54 Lati richtig billig

und die Qualität

der Sanitäranlagen ist Spitze. Bei einem abendlichen Rundgang sahen wir ein ganz kleines bisschen von der Stadt. Es gibt viel mehr zu sehen, als ein paar eindrucksvolle Fassaden und einen attraktiven Benzinpreis, aber wenn man weiter will, so bleibt es bei einem sehr oberflächlichen Eindruck und tanken müssen wir auch mal.

Ventspils liegt knapp 60 sm nörlich von Liepaja und ist somit ein logischer Stop, wenn man

nicht eine Nacht hindurch fahren will. Nach 9 Stunden trotz Regenschauern relativ angenehmer Segelei begrüßte uns kurz nach der Einfahrt die bunte Kuh. Auf dem Weg in die Stadt sahen wir wie schon in früheren Häfen eine ganze Menge Plastiken. Gun vertritt die gewagte Idee, dass in Ländern, in denen nicht ein solcher materieller Reichtum / Überfluss herrscht wie bei uns, die Kreatvität stärker entwickelt ist.

Beim Betrachten und Fotografieren der Kunstwerke hatten wir uns so lange aufgehalten, dass in allen Restaurants unsere Frage, ob wir essen könnten mit "Sorry, Kitchen is closed" beantwortet wurde. Also gab es, als wir gegen halb zwölf an Bord zurück waren Bavette al Pesto -- auch nicht schlecht!
Das Liegegeld steht mit 18 Lati (~ € 27) in keinem angemessenen Verhältnis zu der Qualität der Anlagen. Als Entschädigung gab es am nächsten Tag Segeln

mit dem großen Löffel: wechselnde Geschwindig-keiten mit wechselnden Vorsegeln. Nach dem Runden von

Kolka-Leuchtfeuer hatten wir raumen Wind um die 5 Beaufort und ab ging die Post: 14,1 kn

Nächste Haltestelle Roja, am Ende des Hafenkanals.

Das Liegegeld ist gering, der Weg durch den Kiefern-wald an

den Strand ist schön --
und die Art das Leben eines Verstorbenen zu beschreiben für uns sehr ungewöhnlich ...

Der Rest der Reise nach Riga verlief eher trödelig. Über Land standen zum Teil dramatische Wolken, aber erst als wir an den Ankerliegern auf Reede vorbei waren, legte der Wind zu und La

Guagua fing an zu laufen, der Schub-verband machte die Einfahrt (sie ist riesig) freundlicher-weise rechtzeitig

frei, und wir konnten die Daugava "hinaufblistern" und vor der Brücke in den Hafen

Andrejosta bei der Altstadt abbiegen.

Ort Datum Uhrzeit
Abfahrt Klaipeda 29.06.08 09:12
Ankunft Riga 03.07.08 21:30
Motor Segel max. Fahrt
Diese Etappe 7 sm 234 sm 14,1 kn
bisher 39 sm 809 sm 16,4 kn