Katamaran "La Guagua" 2008: nach Turku

nach Mariehamn

Auch zwischen Turku und Mariehamn wollten wir uns nicht beeilen -- wir hatten ja Zeit. Das Wetter hatte unsere Absicht anscheinend mitbekommen und trug sein Teil dazu bei: in den ersten beiden Tagen fast Flaute, also reichte es am zweiten Abend gerade mal für einen Ankerplatz südlich der Insel Taipalus. Wir verließen sie ohne an Land gewesen zu sein, da Wulfo sehr geringe Winde als Vorhersage gemeldet hatte. Außerdem sagte die

Wochenvorhersage von Windfinder, die wir in Turku gespeichert hatten, für die folgenden Tage viel Wind an -- also nichts wie weg. Von Taipalus nach Mossala erreichten wir mit 1,3 kn die geringste Durchschnittsgeschwindigkeit auf dieser Reise und kamen erst nach Einbruch der Dunkelheit am Ankerplatz an; und dort fraßen uns fast die Moskitos, wie erbaulich. Am nächsten Morgen 2 Reffs in's Groß, um bei den vorhergesagten östlichen Winden um 10 m/s

und der durch Regen eingeschränkten Sicht zwischen den Schären nicht zu schnell zu werden. Insgesamt ist die Navigation zwischen den Felsen in Finnland nicht besonders schwierig: an allen wichtigen Ecken gibt es Tonnen und obendrein eine Vielzahl von Richtlinien, die tagsüber durch auffällige Baken gekennzeichnet sind. Auf ihnen längszufahren ist einfach und sicher; jedoch braucht man eine halbwegs vernünftige Sicht dazu. Als sie sich besserte, refften wir aus, beschleunigten entsprechend, fuhren bei Kumlinge um eine ebenfalls deutlich markierte Ecke und ankerten mit dem letzten Licht etwa 10 sm von Mariehamn entfernt in einer nach

Osten hervorragend geschützten Bucht von Granö. Am nächsten Morgen war ein langwieriges Verholen angesagt: Ab dem Abend sollte es mit 7 bis 8 Bft. kacheln und an unserm Ankerpatz verhinderten etliche Netzbojen ein Ankern so, wie wir es am liebsten wollten. Nach dem Verholen hatten wir dann zwei Landleinen zum Fels bzw. einem Baum sowie Heckanker auf 3 m Wasser mit 15 m Kette und Leine und sahen dem dicken Wind lesend und

spielend ruhig entgegen. Das "Domino-Quartett" haben wir letztes Jahr auf dem Weihnachts-markt im Museum der Arbeit gekauft und seither sehr viel Spass damit gehabt. Beim Anlegen der Karten sind zwei Bedingungen zu erfüllen: Farbe und Wert müssen passen: wir können dieses Spiel nur empfehlen -- es ist

Klasse!! Nach der Wetter-besserung schnellstens an Land, Moos, Steinauf-schnitt, Erika, Wacholder (leider noch nicht verarbeitet) bestaunen.

Hier fand Gun

auch einen Ring, den er seiner Liebsten schenken wollte, aber als sie sah, dass eine ganze Schäre daran hing, lehnte sie sofort ab: "Messer, Gabel, Schär und Licht ..." -- wieder nix mit einem besondern Geschenk!! Nachdem Sabine ein Steinmännchen um den fehlenden Stein ergänzt hatte, warfen wir die Landleinen los, holten die Gummiwurscht an Deck, anschließend den Anker und segelten noch ein paar Meilen Richtung Mariehamn, wo wir uns

in der N-Bucht von Askö mit 30 m Ankerkette und -leine für die Nacht vorbereiteten; den Landgang verschoben wir auf den nächsten Morgen -- da war das Wetter noch schön und wir konnten die Natur einer weiteren Schäreninsel bewundern.

Bei der Betrachtung gewisser Details der Natur wird schnell klar, dass es sich bei den Ålands keinesfalls um eine strukturschwache, sondern eher um eine stein-reiche Gegend handelt. Mit den ersten Regentropfen kehrten wir an Bord zurück, holten den Anker hoch,

nachdem der erste Schauer durch war und begaben uns mit Regen und achterlichem Wind nach Mariehamn. Dort machten wir zunächst längsseite am nördlichsten Steg fest, trafen Jan

und seinen Freund wieder und genossen anschließend die hervorragenden sanitären Einrichtungen (mit Sauna). Gegen das Liegegeld von € 22 incl. Strom und Duschen gibt es nichts zu meckern. Auch der Zugang zum Wlan ist mit € 2 pro 24 Std. bezahlbar.

Ort Datum Uhrzeit
Abfahrt Turku 31.07.08 17:40
Ankunft Mariehamn 07.08.08 16:30
Motor Segel max. Fahrt
Diese Etappe 7 sm 117 sm 12,5 kn
bisher 83 sm 1353 sm 16,4 kn