Katamaran "La Guagua" 2008: nach Klaipeda

von Gdansk nach Klaipeda

zum Reisebeginn

Gdansk verließen wir nach dem Durchzug einer Gewitterbö in der einige kräftige Drücker drinsteckten. Zunächst ging es mit Motor wieder bis zu den Molenköpfen und dann unter

einigen dunklen Wolken, in denen auch Wind war, nordwärts Richtung Hel. Voraus wurde der Himmel blau und versprach gemütliches Segeln -- der Wind frischte jedoch auf und so wurde es ein heißer, nasser Ritt, auf dem wir unsere bisherige Höchstgeschwindigkeit erzielten: 16,4 kn (~ 30 km/Std). Kurz nach 5 machten wir in Hel fest. Wegen des übergekommenen Seewassers stand duschen auf dem Programm: 5 Złoty pro Person.

Hel ist ein bedeutender Urlaubsort für vorwiegend polnischen Tourismus. Also sind dort -- im Land der Kaschuben -- jede Menge gepflegte Restaurants und Cafe's zu finden. Sabine, mit untrüglichem Instinkt für gutes Essen, folgte dem Schild zum Fisch-

laden, wo wir erstklassige Fischsuppe und anschließend ebensoguten Räucherfisch aßen.

Ohne russische Visa ist es ratsam einen guten Abstand von der russischen Küste zu halten; 12 sm sind wohl unbedingt notwendig, 20 sm scheinen besser. Der Weg von Hel nach Klaipeda muss in einem Rutsch gefahren werden, das Anlaufen eines russischen Hafens ist nicht ratsam -- also braucht man entsprechendes Wetter. Bedauerlicherweise hatte das Wetter anderes vor, wie zunächst aus dem Wetterbericht hervorging und anschließend zu sehen war: es bretterte!! Bei

diesen Wetterbedingungen war zu erkennen, weshalb die Mole innerhalb des relativ geschützten Gewässers der Danziger Bucht so massiv ist; wie wird das erst bei den Herbststürmen sein. Wir haben den Eindruck, dass die Mole nicht bis zum Grund geschlossen ist, sondern die

See z.T. unter der Betonauflage hindurchlaufen kann: Der Hafen ist bereits bei 7 bis 8 Bft. sehr unruhig und wir haben mehrfach verholt, um ein wenig ruhiger zu liegen. Die Zeit haben wir

für ausgedehnte Landgänge genutzt, z.B. am Fischer un sin Fru vorbei zur Robbenstation. Mit dem müllgefüllten Stinkfisch wird gegen die weitere Verschmutzung der Ostsee geworben.

Weitere Ziele waren der Leuchtturm, ein Denkmal für die Verteidiger von Hel und die Reste des daraus resultierenden antiimperialistischen Schutzwalls, der glück-licherweise nun auch der Vergangenheit angehört.

Unter dem stürmischen Wetter litt natürlich auch der Tanz zur Mitt-

sommernacht -- wie schade für die Urlauber! Nach spek-takulären Sonnenuntergängen gingen wir in polnischen Restaurants für wenig Geld gut essen.

do widzenia Polen, du hast uns gut gefallen !

Am 25.06.08 nahm der Wind auf brauchbare Stärken ab, und wir verließen Hel gegen Mittag.

Bedauerli-cherweise drehte der Wind nach Nordost,

kam also genau gegenan und nahm weiter ab; es wurde ein ziemliches Getrödel. In der kalten Nacht mit etwas Nieselregen gab es dann aber freundlicherweise einen Winddreher nach Südost. Nach

einem tollen Sonnenaufgang sprang der Wind auf West und frischte auf. Unter einem schönen Himmel kamen wir deutlich schneller nach Klaipeda als wir erwartet hatten. Die etwas urigen Windrichtungen und -dreher erlaubten uns ohne nennenswerten Aufwand an russischem Hoheitsgebiet vorbei zu kommen.

Ort Datum Uhrzeit
Abfahrt Gdansk 21.06.08 14:36
Ankunft Klaipeda 26.06.08 14:54
Motor Segel max. Fahrt
Diese Etappe 7 sm 137 sm 16,4 kn
bisher 32 sm 575 sm 16,4 kn