Segeln: Katamaran "La Guagua" 2007: nach Stockholm

von Öregrund nach Stockholm

zum Reisebeginn

So eilig wie manche Leute, die schon vor ihrer Ankunft fast vorbei sind, haben wir es nicht:

Deshalb fahren wir zu den Aland Inseln, die wir auf der Ausreise ja nur kurz gestreift haben. Während der Überfahrt bessert sich das Wetter bis zu strahlendem Sonnenschein, was die Ansteuerung sehr vereinfacht. Am Liege-platz ist erst mal wieder der Tau-Draht-Spleiß des Großfalls zu erneuern: im

Klampenbereich ist das Tauwerk ge-fährlich abgenutzt. Sabines Wurstsalat bringt verbrauchte Energie zurück. Einem Landgang steht nun nichts mehr im Wege. Neben schönen Ufern (die aller-dings auch die

Mücken lieben) und ausgefallenen Häusern gibt es schöne Blüten zu sehen. Wir haben in den vergan-genen Jahren festgestellt, dass für uns Bergschuhe beim Segeln uner-läßlich sind, da wir nicht nur Straßen und Wanderwege benutzen, sondern auch viel querfeldein gehen, um z.B. riesige Nistkästen zu inspizieren. Wir haben allerdings immer noch keine Vorstellung für welche Vögel diese bestimmt sind.

Nach traumhaftem Segelwetter (Wille-Wind = um die 3 halb oder raum) sind wir dann wieder mal eingeweht, wie die Wolken zeigen; glücklicherweise an einem traumhaften Platz. Also 2

Anker raus mit viel Leine, das geflickte Schlauchboot ins Wasser und an Land: gucken, was die große Landschafts-gärtnerin für Pflanzen verwandt hat und woraus man Baken fertigen kann.

Außer-dem gab es frisch gekämm-tes Gras und eben-solche Algen. Auf dem Weg nach Süden gab es einen Knack im Rigg, dessen Ursache

wir erst bei der nächsten Wende (also nach etwa 5 Minuten) erkann-ten: Der zentrale Schäkel der Backstagstalje (8 mm Edelstahl) war gebrochen. Keine Katastrophe, weil der Schäkel schnell durch einen Ähnlichen ersetzt war. Aber dennoch halbwegs Grund für einen Alptraum: hätte es sich um den zentralen Schäkel an dem die Drähte im Mast angreifen gehandelt, so wäre der Mast weg gewesen ... oder Alptraum 2: Einer der Schäkel am Ankergeschirr bricht, während es kachelt, wir vor einem Anker liegen und schlafen oder an Land sind ...
Konsequenz: Alle Schäkel an besonders kritischen Stellen werden gegen getestete (z.B. Wichard) ausgetauscht. An den meisten Stellen haben wir bereits solche Schäkel, aber ein Rest bleibt noch zu kau-

fen. Bei Praestskär war dann wieder mal Ende: es wehte mit guten 5 Windstärken aus Süd. Die auffällige Hintergrundgestal-tung dieser Fels-insel machte uns deutlich, dass es Vorteile hat, auf 2 m Wasser vor 2 Ankern zu liegen und zusätzlich eine Landleine zu haben. Beim Ausbringen des Bruce-Ankers ging dann -- weil ein Unglück selten allein kommt -- eine Naht am achteren Backbord- Trampolin auf. Also nutzten wir die Ankerzeit und die Nähmaschine, um den Schaden sofort und dauerhaft zu beheben. Die Nähmachine (80 Watt) können wir am Bordnetz betreiben, weil wir seit diesem Jahr einen Wechsel-richter haben.

Dieser heißen Schüssel sind wir im Inlandfahrwasser der Alands während des Kreuzens aufgelaufen. Als wir die Alands verließen, sahen wir noch auf einer Außenschäre, wie ein riesiges Windrad montiert wurde.

Früher wurde der Nordzugang nach Stockholm von der Festung Vaxholmen gesichert. Heute ist Vaxholmen ein sehr beliebtes Ausflugsziel für Touristen aus dem In- und Ausland. Sehr schön: überhaupt nicht kriegerisch!

Einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung des Fahrwassers leisten nach wie vor die Kormorane: sie malen die Felsen weiss, so dass wir nicht nur auf die Tonnen zur Fahrwassermarkierung angewiesen sind.

Diese Etappe:
bisher:

Motor 14 sm, Segel: 300 sm, max. Speed: 15,2
Motor 86 sm, Segel: 2152 sm, max.Speed: 20,7 kn