Segeln: Katamaran "La Guagua" 2007: nach Sakskøbing

von Greifswald nach Sakskøbing

zum Reisebeginn

Leider haben wir auf unserer Reise nicht nur den Besuch Finnlands streichen müssen, sondern trauten uns auch wegen der häufigen starken westlichen Winde nicht nach Polen, was wir ja eigentlich vorhatten -- Schade, aber bei den Wettervorhersagen hatten wir, insbesondere Gun, nur noch ein besonderes Interesse Richtung Saksköbing zu kommen. Nach dort ist es von Vorpommern nur noch ein Katzensprung -- sollte man meinen.
Deshalb ist im Bereich Rügen Trödeln ange-sagt. Zunächst fuhren wir nach Greifswald

mit den schönen Fassaden und dem faszi-nierenden Senfladen.
In diesem Hafen gibt es bedauerlicherweise keinerlei sanitäre Anlagen für Segler; des-halb sah uns der nächste Morgen zeitig durch die enge Zugbrücke bei Wieck in den Bodden

hinauslaufen.
In Stralsund baut man mit blauen Kränen blaue Schiffe -- was sonst.

Neben Traditionen, die noch nicht einmal im Herkunftsland bekannt sind, gibt es in der Stadt außer den großen Sehenswürdigkeiten eine große Zahl schöner Details.
Und am Besuch der Hafenkneipe (die heißt wirklich so) sollte wegen der urigen Atmosphäre und des hervorragenden Schwarzbieres auch kein Weg vorbei führen. Erst am nächsten Morgen Abfahrt nach ... egal wohin.

Wir haben uns dann für Hiddensee entschieden. Die Hummel war damit einver-standen: Sie fuhr kopf-stehend auf der Bb-Ruderpinne bis Vitte mit. Unterwegs trafen wir etliche Hobies, die als schnelle Farbflecken über die Flachs sausten -- wir hielten uns peinlich genau an den Tonnenweg!

Wandern auf Hiddensee ist schön. Die Kreuzotter zeigte sich auf dem Weg zum Leuchtturm Dornbusch. Durch Sanddorn bewachsene Hänge ging es hinunter an die Ostküste Hiddensees; dort konnten wir Steinwälzern bei der Arbeit zusehen und Knutts beim Kneippen.
Und es kachelte bei strahlendem Sonnenschein -- prima für den Kite-Surfer mit seinen Luftprüngen, aber noch nicht so das Rechte für uns.

Die verschiedenen Wetterberichte waren uneins über den zu erwartenden Wind. Deshalb verließen wir Vitte erst nach dem 11:05 Wetter von Deutschlandradio und motorten eine Stunde lang den engen Tonnenweg bei Dornbusch nach See. Noch in der Abdeckung von Hiddensee setzten wir das doppelt gereffte Groß und die Fock, um mit einem Anlieger nach Stubbeköbing, der kleinen Stadt mit den kunstvollen Backsteinbauten am Grönsund, zu "fliegen". Anfangs ging es

ruppig und schnell. Nach dem Kreuzen des Groß-schiffsweges nahm der Wind immer mehr ab, so dass nach dem Ausreffen um 16:45 später im Grönsund auch noch der Motor gefragt und wir trotzdem erst 21:00 längsseits eines Fisch-kutters im Schutz des 'Wachhahns' fest waren.

Am nächsten Tag heulte es dann wieder in den höheren Tonlagen, im Hafen waren 30 cm Schwell und Gun brachte noch ein paar Leinen aus. Dabei stellten wir fest, dass selbst lange Querleinen zu einem innenliegenden, schwereren Fahrzeug sehr ungünstig sind, weil sie durch die bisweilen gegenläufigen Bewegungen häufig ruckartig steif kommen und dadurch hohe Belastungen auf die Klampen bringen. Empfehlung: in einem solchen Fall nur lange Springs zum Innenlieger, Querleinen nach Land, kurze Leinen jeder Art vermeiden.

Öreby, die Einfahrt in den Saksköbing Fjord wollten wir eigentlich erst einige Tage später sehen, nach einem Zwischenstop auf Femö oder Fejö (auf diesen hübschen kleinen Inseln kann man prima Mirabellen und Pflaumen pflücken). Hier machte uns mal wieder der Wind einen Strich durch die Rechnung, der genau auf Femö's Hafeneinfahrt stand und quer auf die von Fejö. Bei 5 bis 6 Beaufort vermieden wir dieses Experiment und fuhren weiter nach Saksköbing. Die letzten paar Meilen hatten wir halben Wind und kamen trotz 2. Reff und nicht gerade sauberer Unterwasser-schiffe auf 17.8 kn -- ein brauchbarer Abschluß einer schönen Reise.
Sehr gefreut hat uns die Begrüßung durch die anderen Vereinsmitglieder: "Velkommen hjem"

Frau Bläßhuhn's Junge waren auch schon fast erwachsen: ein untrügliches Zeichen, dass die Saison zu Ende ging. Also packten wir unsere Sachen ein und machten La Guagua klar für den Winter: ohne jede Hektik, denn wir müssen ja nicht mehr zur Arbeit.
Das gab uns auch die Gelegenheit für das eine oder andere Schnäckchen sowie die Teilnahme an einem (wie üblich) prima organisierten netten Grillabend -- mange tak!

Diese Etappe:
bisher:

Motor 2 sm, Segel: 145 sm, max. Speed: 17,8
Motor 119 sm, Segel: 2639 sm, max.Speed: 20,7 kn